Zeitung Heute : Hörfunk profitiert am meisten - Fernsehsender hinken hinterher

Die Werbung in den klassischen deutschen Medien hat 1999 um 6,2 Prozent zugelegt. Die Bruttowerbeumsätze von Publikumszeitschriften, Tageszeitungen, Fachzeitschriften, Hörfunk- und Fernsehsendern sowie Plakatwerbung erreichten ein Volumen von 32 Milliarden Mark. Das geht aus der A. C. Nielsen Werbeforschung hervor, die am Dienstag in Hamburg vom Verlag Gruner + Jahr vorgelegt wurde. Dabei lagen die Bereiche Print und elektronische Medien, also Fernsehen und Hörfunk, nahezu gleichauf.

Bei den Printmedien wurde Werbung für 15,45 Milliarden Mark geschaltet. Das entspricht einem Plus von 5,6 Prozent. Dabei legten die Tageszeitungen um 6,4 Prozent auf 7,3 Milliarden Mark brutto zu. Zu diesem Betrag müssen noch die Einnahmen durch Regional- und Kleinanzeigen addiert werden, die aber von der Nielsen-Studie nicht erfasst werden.

Die Werbeumsätze der Publikumszeitschriften stiegen laut Nielsen Werbeforschung um 5,2 Prozent auf 7,2 Milliarden Mark. Die Fachzeitschriften verzeichneten mit 891 Millionen Mark einen Zuwachs von nur noch 1,6 Prozent.

Als durchschnittlich wurde das Wachstum der Fernsehwerbung mit 6,2 Prozent auf 13,5 Milliarden Mark bezeichnet. Auf die privaten TV-Anbieter entfiel davon der Löwenanteil mit 12,7 Milliarden Mark. Die Steigerungsrate von 6,6 Prozent sei jedoch die niedrigste seit der Erfassung durch Nielsen gewesen, hieß es. Die Attraktivität der Fernsehsender scheint in den Augen der Werbekunden damit an ihre Grenzen gestoßen zu sein. Über zweistellige Zuwachsraten wie noch vor wenigen Jahren können sich die Vertreter der privaten Fernsehkanäle nicht mehr freuen.

Spitzenreiter bleibt dennoch RTL (3,8 Mrd Mark) vor Sat 1 (3,1 Mrd Mark) und ProSieben (2,8 Mrd Mark). Bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten, die zusammen um 0,9 Prozent zulegten, rangierte die ARD (510 Mio) vor dem ZDF (413 Mio).

Der Hörfunk verzeichnete mit 13,6 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Mark das stärkste Wachstum. Auf die Plakatwerbung entfielen dagegen nur 834 Millionen Mark (plus 1,4 Prozent).

Ein Blick auf die Verlage: Auf zweistellige Zuwachsraten kamen der Burda Verlag, die Verlagsgruppe Milchstraße sowie die Vereinigten Motor Verlage in Stuttgart. Für Spitzenreiter Gruner + Jahr wurde ein Anzeigenumsatz von 1,3 Milliarden Mark (plus 4,4 Prozent) ermittelt. Der Burda Verlag legte um 10,4 Prozent auf 991 Millionen Mark zu, der Axel Springer Verlag um 3,5 Prozent auf 913 Millionen Mark. Der Hamburger Bauer Verlag büßte als einziger Verlag ein, wenn auch nur leicht um 0,1 Prozent auf 584 Millionen Mark. Der Spiegel Verlag legte um 6,8 Prozent auf 571 Millionen Mark zu, die Verlagsgruppe Milchstraße um 15,8 Prozent auf 438 Millionen Mark.

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