Zeitung Heute : Hörtest: Pop - Komëit

KM

Eine Drum-Maschine, eine Sinusorgel und eine akustische Gitarre, in Zimmerlautstärke gespielt, damit sich die Nachbarn nicht belästigt fühlen. Das Berliner Duo Komëit - seit einem Jahr immer wieder als Hintergrundmusik in Friedrichshainer Kneipen zu hören - nennt seine Musik "zart-core". Und das ist eine wunderschöne Umschreibung ihres ersten Albums. Man wünscht, die porösen, sanften und wehmütigen Songs von Chris Flor und Julia Kliemann aus einem offenen Fenster zu hören - ein Luftzug, der über den Hinterhof weht. Ihren sanften Soundwolken ist eine Bescheidenheit eigen, die man selbst in home-recording-Kreisen selten findet. Dahin tröpfelnde Gitarrenakkorde, perlende Textzeilen im Flüsterton. Ein Satz wie "I put flowers on the table / And a TV by the bed" sagt viel über den unspektakulären Wunsch nach Geborgenheit und Glück. Ein Manifest für Langschläfer.

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