Zeitung Heute : Hoffen auf einen milden Winter

Prognosen, wann der Betrieb wieder normal läuft, möchte die S-Bahn nicht abgeben

Das Ziel war klar: Zum Fahrplanwechsel wollte die S-Bahn – nach eineinhalb Jahren Notbetrieb – wieder auf allen Linien nach Fahrplan fahren. Doch daraus wird nichts. Nach wie vor entfallen die Linien S 45 (Südkreuz) und S 85 (Waidmannslust–Grünau); auf anderen Strecken fehlen weiter die Verstärkertürme, oder die Bahnen kommen nach wie vor nur alle 20 statt alle zehn Minuten. Prognosen, wann der Verkehr wieder nach Plan läuft, will die S-Bahn derzeit nicht machen. Sie hat nach wie vor zu wenig einsatzfähige Fahrzeuge, um zum Normalbetrieb zurückkehren zu können. Am gegenwärtigen Angebot will sie vorläufig nichts ändern, und die Bahnen, die die Werkstätten verlassen können, lieber in den Reservebestand stellen. So will die Geschäftsführung der S-Bahn auch auf einen harten Winter vorbereitet sein, falls dieser zu Fahrzeugausfällen führen sollte. Mit der Reserve will man Lücken füllen, um das jetzige Angebot aufrechterhalten zu können.

Während die Geschäftsführung betont, auf einen strengen Winter vorbereitet zu sein, befürchtet der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), dass das bisherige Winterkonzept nicht greift und es deshalb erneut Fahrzeugausfälle geben könnte. In den vergangenen Wintern war die S-Bahn vorübergehend nur in der Lage, einen Notbetrieb zu fahren, weil Sicherheitseinrichtungen eingefroren oder der Antrieb ausgefallen war.

Seit Sommer 2009 ist der Betrieb permanent eingeschränkt, weil die Kontrollen in den Werkstätten verstärkt werden mussten, nachdem sich herausgestellt hatte, dass am 1. Mai 2009 ein Rad während der Fahrt gebrochen war. Weil auch Achsen bruchgefährdet sind, müssen die Teile ausgetauscht werden. Auf neue Achsen und Räder muss die S-Bahn jedoch warten, weil die Industrie derzeit ausgelastet ist. Sobald genügend Fahrzeuge vorhanden sind, will die S-Bahn wieder den regulären Fahrplan auf allen Linien anbieten. Zunächst aber oft mit kürzeren Zügen als üblich. Wahrscheinlich wird die erforderliche Wagenzahl nicht vor Jahresende 2011 erreicht sein. Zudem werden Baustellen den Verkehr bremsen. Zu Einschränkungen wird es weiter am Ostkreuz sowie auf dem Nordabschnitt der S 1 (Oranienburg–Wannsee) im Bereich Waidmannslust kommen. Längere Sperrungen sind auch auf der S 1 vorgesehen.

Auch bei der BVG fällt der sonst im Dezember übliche „große Fahrplanwechsel“ klein aus. Veränderungen gibt es im Busverkehr. Wegen der Umbenennung der Britzer Allee in Chris-Gueffroy-Allee ändern sich Haltestellennamen: Die Nobelstraße/Britzer Allee in Neukölln wird zur Chris-Gueffroy-Allee, die Haltestelle Britzer Allee in Neuköllnische Allee/Forsthausallee umbenannt. kt

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