Zeitung Heute : Hoffentlich funken die Aliens

Die Suche nach Außerirdischen findet jetzt auch am Schreibtisch statt: Seit dieser Woche kann jeder Besitzer eines Computers die Jagd nach intelligentem Leben im Weltall aufnehmen.Weltweit haben sich bereits mehr als 400 000 Hobby-Astronomen über das Internet zusammengefunden, um an einem neuartigen wissenschaftlichen Experiment der Universität California in Berkeley teilzunehmen.Millionen von Heim-Computern sollen dabei Radiosignale aus dem All empfangen und analysieren.

Leistungsstarke Teleskope sind heute in der SETI-Forschung (SETI: Search for extra-terrestrial intelligence, Forschung nach außerirdischer Intelligenz) im Einsatz und empfangen pro Sekunde Gigabytes an Radiosignalen aus dem All.Radiowellen sind ein mögliches Indiz für außerirdisches Leben, da sie interstellare Staubwolken durchdringen können und in der Natur sonst nicht vorkommen.Das Problem besteht jedoch darin, daß selbst die leistungsstärksten Großrechner heute und in nächster Zukunft nicht in der Lage sein werden, die gigantischen Datenmengen zu analysieren und die Spreu vom Weizen zu trennen.Mit den heutigen Rechenmethoden würde es Tausende von Jahren dauern, die aufgenommenen Daten zu analysieren.

Daniel Fischer, Hobbyastronom und Fachjournalist aus Königswinter: "Die Effizienz der Berechnungen soll um den Faktor zehn erhöht werden, indem die Rechenleistungen auf Millionen von Computern verteilt werden.Doch da bis heute noch kein Hinweis auf außerirdische Intelligenz gefunden wurde, weiß kein Mensch, was dabei herauskommt."

Seit Beginn dieser Woche kann sich jeder unter der Internet-Adresse http://setiathome.ssl.berkeley.edu ein Programm in Form eines Bildschirmschoners herunterladen.Es wird immer dann aktiv, wenn der PC für einige Zeit nicht genutzt wird.In regelmäßigen Abständen werden Daten per Internet vom weitweit größten Radioteleskop Arecibo in Puerto Rico an den Computer geschickt.In Ruhezeiten macht sich der PC an die Auswertung der Daten.Die Teilnehmer können die Signale auf ihrem "Bildschirmschoner" beobachten.

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