Zeitung Heute : Hohe Haftstrafen für Leguan-Raub

Der Tagesspiegel

Der grüne Leguan „Cash" ist bis heute verschwunden. Sein Raub im September vergangenen Jahres aber wurde gestern mit hohen Freiheitsstrafen geahndet: Fünfeinhalb und sieben Jahre Haft verhängte das Berliner Landgericht gegen zwei Männer im Alter von 30 und 25 Jahren. Gegen den 30-Jährigen, der noch auf freiem Fuß war, wurde zugleich Haftbefehl erlassen.

Die Angeklagten hatten den Leguan-Besitzer in einem Reinickendorfer Park kennen gelernt, als er mit einer seiner beiden Echsen unterwegs war. Die wertvollen Tiere weckten aus Sicht der Richter den Plan zum Raub.

Mit einem Springmesser bewaffnet sollen Mark S., Dirk Sch. sowie ein dritter Komplize bei dem Landschaftsgärtner Rainer R. geklingelt haben. Der 37-Jährige sagte im Prozess, die Angeklagten hätten von ihm 200 Mark für angebliche Schulden verlangt. Den Leguan hätten sie als eine Art „Geisel“ genommen und erklärt: „Wenn du zahlst, kriegst du ihn zurück.“

Rainer R. suchte seinen Leguan, die Ermittler forschten, doch von dem etwa 1000 Euro teuren Tier war bisher keine Spur zu finden. „Er war wie mein Baby", trauerte Rainer R. vor dem Gerichtssaal. Die Strafe für die beiden Angeklagten, die die Vorwürfe bestritten hatten, sei ihm egal. „Ich will nur meinen Leguan zurück", sagte der Beraubte. K.G.

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