Zeitung Heute : HOLOCAUSTFILM

Ein Leben für ein Leben

Jan Schulz-OjalaD D

1969 ist Yoram Kaniuks als unverfilmbar geltender Roman „Adam Hundesohn“ in Israel erschienen, 1989 in Deutschland – und wieder 20 Jahre später hat sich Paul Schrader doch an diesen Schmerzensmonolog eines Holocaust-Überlebenden gewagt. Und gewonnen und verloren zugleich. Denn das Ergebnis ist irritierend und überwältigend und erdrückend und schrecklich und anrührend und misslungen und doch groß. Jeff Goldblum spielt den Varietézauberer Adam Stein, der im KZ als hundgewordener Mensch des Kommandanten verschont wurde, in einer Klinik in der Wüste Negev mit anderen Überlebenden weiterlebt, dort ein schizoides Kind, das sich für einen Wolfshund hält, zum Menschen macht und selber in diesem anderweitigen Heilungsprozess zu einer Art Ruhe kommt. Wenigstens das. Aufwühlend. Jan Schulz-Ojala



„Ein Leben für ein Leben“, D/USA/Israel, 102 Min., R: Paul Schrader, D: Jeff Goldblum,

Willem Dafoe, Joachim Król

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