Zeitung Heute : Holz beliebter Baustoff für Allergiker

Jutta Burmeister

Der Anteil von Holzhäusern hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Mehr als jeder zehnte Bauherr entscheidet sich inzwischen für ein Ein- oder Zweifamilienhaus aus Holz. „Gebaut werden die Häuser zu etwa gleichen Teilen von der Holzfertighausindustrie und dem Zimmereigewerbe“, sagt Simone Zeuner, Sprecherin vom Holzabsatzfonds, der Marketinggemeinschaft der Holz- und Forstwirtschaft.

Dass der Baustoff auf dem Vormarsch ist, liegt an der guten Bewertung des Baustoffs durch die Bauherren. Bei Holzbauten sei das Raumklima gut, weil es „atme“ und dadurch eine natürliche Feuchteregulierung bewirke. Zudem seien die Oberflächen hygienisch, und dies hemme das Entstehen von Allergien. Für Bauherren spielt auch die leichte Verarbeitung des Materials eine Rolle, die Kombinationsmöglichkeit mit anderen Baustoffen sowie der ökologische Aspekt. Für ein Holzhaus sprechen etwa die gute Wärmedämmung und damit die Möglichkeit, Energie zu sparen.

Weitere Vorteile des Materials sind eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Sturm, Schnee und extreme Kälte. Auch ist die Bauzeit oft kurz, da einzelne Elemente schon vorgefertigt sind. „Dies kann ein Aspekt bei der Finanzierung sein“, so Zeuner. „Wer schneller in sein neues Haus ziehen kann, spart Kosten bei der Mietwohnung.“

Allerdings gebe es große regionale Unterschiede bei der Verbreitung von Holzbauten: Während in Baden-Württemberg und Hessen jedes fünfte Eigenheim in Holzbauweise entstehe, bildeten Niedersachsen und Sachsen-Anhalt die Schlusslichter mit nur acht Prozent. Und die Bundesrepublik insgesamt liegt bei der Holzbauquote weit hinter anderen Ländern wie den USA: Dort leben rund 90 Prozent der Bevölkerung in Holzhäusern.

Denn hier zu Lande fürchten viele Bauherren den schlechteren Schall- oder Brandschutz von Holzhäusern im Vergleich zu Steingebäuden. Auch kann es Probleme mit der Finanzierung geben, denn Holzhäuser werden von Banken teilweise mit einer geringeren Lebenserwartung eingestuft. Mit giftigen Holzlacken und den Lindan- und PCP-Skandalen der siebziger Jahre bringe heute dagegen kaum noch jemand den natürlichen Rohstoff in Verbindung, sagt Zeuner. Zumal Holz im Innenbereich naturbelassen verbaut werden könne.

Der Holzabsatzfonds geht davon aus, dass in den kommenden Jahren besonders bei Baumaßnahmen im Bestand die Nachfrage nach Holz steigen wird. Für alle Formen von Modernisierung, Anbau, Umbau oder Aufstockung sei Holz auf Grund seiner Materialeigenschaften ein geeigneter Baustoff, so Zeuner. „Dies wird künftig die Bedeutung von Neubaumaßnahmen deutlich übertreffen.“ Bei Neubauten kämpfe man wie die gesamte Bauwirtschaft gegen die schwache Konjunktur.

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