Zeitung Heute : HORROR

Chernobyl Diaries.

Brad Parkers Horrorfilm schickt eine Gruppe von abenteuerlustigen Touristen in die Geisterstadt Prypiat nahe Tschernobyl, um sie nach allen Regeln der Kunst zu dezimieren. Leider erschöpft sich die Originalität dieses Filmes in der Wahl seines Handlungsortes, über deren Geschmackssicherheit man sicherlich streiten kann. In der ersten halben Stunde kommt noch die Hoffnung auf, dass mit der symbolischen Location auch ein interessanter Subtext eingeführt wird, der sich mit dem Negativmythos Tschernobyl produktiv auseinandersetzt. Aber schon bald driftet der Film ins Terrain eines fantasielosen Routinehorrors ab, der davon lebt, dass sich die Protagonisten in idiotischer Manier in Gefahrensituationen bringen. Mutierte Hunderudel und radioaktive Zombis verrichten ihren Dienst und die 86 Filmminuten ziehen sich beträchtlich in die Länge, bis endlich auch der letzte Extremtourist für seine Neugier abgestraft ist. Lausig. Martin Schwickert

USA 2012, 86 Min., R: Brad Parker, D: Jesse McCartney

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