Zeitung Heute : HORRORFILM

Wir sind was wir sind

Martin Schwarz

Vater ist nicht nach Hause gekommen – eine fatale Situation für die Familie, denn er war für die Nahrungsmittelbeschaffung zuständig. Das Schwierige daran: Es handelt sich hier um eine Familie, die nur Menschenfleisch zu sich nimmt. Den Essens-Job soll nun der älteste Sohn Alfredo übernehmen. Er sieht sich in der Schwulenszene um. Raffiniert, was uns der Mexikaner Jorge Michel Grau mit seinem Spielfilmdebüt präsentiert. Er geht davon aus, dass in Mexiko-Stadt eine Kannibalen-Familie lebt – und gehörig ins Schlingern gerät. Interessant auch, wie es Grau gelingt, den Überlebenskampf so zu inszenieren, dass dieser mitten im Alltagschaos der Großstadt nicht allzu sehr heraussticht. Doch mit der inszenatorischen Arthouse-Zurückhaltung übertreibt es der Regisseur dann doch: Etwas mehr Tempo hätte dem Film gut getan. Interessant. Martin Schwarz

Mexiko 2010, 90 Min., R: Jorge Michel Grau, D: Francisco Barreiro, Alan Chávez, Paulina Gaitán

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