Zeitung Heute : Hyundai: Viel Qualität für wenig Geld

Ingo von Dahlern

Als die koreanische Marke Hyundai vor zehn Jahren auf dem deutschen Markt startete, da tat sie das mit zwar robusten aber insgesamt doch recht einfachen Großserienmodellen. Ganz anders sieht es heute aus. Längst hat sich Koreas Nummer eins zur Nummer sieben weltweit entwickelt, die eine immer attraktivere Palette moderner Fahrzeuge produziert, die in Design, Technik und Qualität den sehr hohen Ansprüchen insbesondere auch auf dem deutschen Markt gerecht werden.

Ein Beispiel dafür ist der zur oberen Mittelklasse zählende Sonata, der sich nach einem gründlichen Facelift von der nächsten Woche an mit einem attraktiven Vieraugen-Gesicht bei den deutschen Händlern präsentiert. Er ist eine klassische Stufenhecklimousine, die mit einer Länge von 4,75 Meter, einer Breite von 1,82 Meter und einer Höhe von 1,42 Meter bei einem Radstand von 2,70 Meter viel Platz für Passagiere und Gepäck verspricht - und dieses Versprechen auch vollauf erfüllt. Denn nicht nur Fahrer und Beifahrer können es sich vorn richtig bequem machen, sondern auch die Fondpassagiere müssen nicht über Enge klagen. Und mit dem 430 Liter fassenden Gepäckraum steht auch für die Ladung eine Menge Platz zur Verfügung, der sich dank vorklappbarer und geteilter Rückbank bei Bedarf sogar noch erweitern lässt.

Unter der Motorhaube des komfortablen Fronttrieblers arbeiten wahlweise ein Zweiliter-Vierzylinder oder ein 2,7-Liter-V6. Beide Triebwerke sind moderne Vierventiler, die übrigens beide die deutsche Abgasnorm D4 erfüllen - und in den Genuss der damit verbundenen Steuervorteile kommen. Der Zweiliter mit seinen zwei obenliegenden Nockenwellen und zwei gegenläufigen Ausgleichswellen hat einen Leichtmetall-Zylinderkopf und einen Grauguss-Block und leistet 96 kW (131 PS).

Das reicht, den respektablen Sonata in Kombination mit einem leicht und exakt schaltbaren Fünfganggetriebe binnen 10,9 Sekunden auf Tempo 100 und maximal auf Tempo 200 zu beschleunigen. Die Verbrauchswerte liegen bei durchschnittlich 9,0 l/100 km. Wer will, kann die Schaltarbeit auch einer modernen Viergang-Automatik mit zusätzlicher manueller Schaltgasse überlassen. Tempo 100 wird dann nach 13,1 Sekunden erreicht, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 190 km/h und der Verbrauch bei 9,5 l/100 km.

Sorgt bereits die Zweilitermaschine für sehr ansprechende Fahrleistungen, so wird der Sonata mit dem neu entwickelten 2,7-Liter-Leichtmetallmotor mit einer Leistung von 127 kW (173 PS) richtig flott. Mit Schaltgetriebe - es wird nun erstmals in Verbindung mit dem großen Motor angeboten - reichen ihm 8,2 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und maximal sind 220 km/h möglich. Und mit der Automatik braucht er 9,7 Sekunden und erreicht 215 km/h. Die Verbrauchswerte liegen bei durchschnittlich 9,7 und 10,7 l/100 km.

Bei ersten Probekilometern gefiel, dass insbesondere der V6-Motor auffallend geräuscharm zu Werke geht und dass das Fahrwerk des Sonata mit seiner Doppelquerlenker-Achse vorn und der Mehrlenker-Achse hinten sowohl beim Fahrkomfort als auch der Fahrsicherheit durchaus hohen Ansprüchen gerecht wird. Das liegt nicht nur an der aufwändigen Konstruktion, sondern sicher auch daran, dass der Sonata unter anderem auch auf deutschen Straßen abgestimmt wurde - mit überzeugendem Ergebnis. Guten Fahrbahnkontakt vermittelt die Servolenkung und gebremst wird mit vier Scheiben, unterstützt durch ein ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung. Zudem verfügt der Sonata über eine Antriebsschlupfregelung, die mit Bremsen- und Motoreingriff dafür sorgt, dass die Antriebskräfte des Motors optimal auf die Straße übertragen werden.

Überzeugen kann auch die Ausstattung des Sonata, der auch im Interieur gegenüber früheren Modellen erheblich gewonnen hat. Zwar ist der Innenraum nicht aufregend, aber die Materialwahl genügt ebenso hohen Ansprüchen wie die saubere Verarbeitung. Zur umfangreichen Serienausstattung des Sonata gehören Klimaanlage, höhenverstellbare Lenksäule und höhenverstellbarer Fahrersitz, vier elektrische Fensterheber, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Bordcomputer, Pollenfilter und viele andere Details wie zum Beispiel Leichtmetallräder.

Als Sonderausstattung verfügbar sind ein elektrisch betätigtes Hub- und Schiebedach aus Glas, Mica- und Metallic-Lackierungen sowie ein Comfort-Paket mit Klimaautomatik, Teil-Ledersitzen, Sitzheizung vorn, Tempomat und Wurzelholz-Dekor. Zwei Front- und zwei Seiten-Airbags, fünf Dreipunktgurte, pyrotechnische Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer vorn und ein Seitenaufprallschutz in den Türen gehören zur Sicherheitsausstattung des Sonata.

Rundum also ein Auto mit umfangreicher Ausstattung, hohen Fahrleistungen, ansprechendem Fahrkomfort und überzeugender Fahrsicherheit, das auch neben seinen zahlreichen deutschen Konkurrenten eine überzeugende Figur macht. In einem Punkt allerdings ist der Sonata unschlagbar. Denn seine Preise beginnen bereits bei 19 490 Euro (38 119 DM) für den Zweiliter und 21 490 Euro (42 030 DM für den V6 mit Schaltgetriebe. Die Automatik gibt es für einen Aufpreis von 1310 Euro (2562 DM). Das bedeutet eine respektable Menge Auto für vergleichsweise wenig Geld, so dass es Hyundai eigentlich gelingen müsste, in diesem Jahr noch rund 1000 und im nächsten rund 2000 Käufer für dieses respektable Mittelklasseauto zu gewinnen.

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