Zeitung Heute : Ibrahim, 16, aus Kreuzberg

Wen bewunderst du am meisten?

Nur einen: meinen Onkel Mahmud, 39. Wenn es Streit gibt, gehen wir zu ihm und er hilft uns, Konflikte zu lösen. Ich rede mit ihm, wenn ich Probleme habe. Er hat das Herz auf dem richtigen Fleck.

Was ist dein größter Wunsch?

Dass es meiner Familie immer gut geht. Und ich wäre gerne Profi-Fußballer oder Profi-Boxer. Aber nach der 9. Klasse will ich auf die Hotelfachschule.

Wie stellst du dir deine Zukunft vor?

Ich hoffe, dass ich mal heiraten und eine Familie gründen werde. Und dass ich Arbeit finde und so viel Geld verdiene, dass ich später auch meine Eltern und meine elf Geschwister versorgen kann.

Welche Regeln findest du am wichtigsten?

Dass sich Kinder und Jugendliche nicht prügeln, wenn es Konflikte gibt, sondern sich zusammensetzen und reden. Als ich 13, 14 war, hab ich auch geprügelt, manchmal einfach nur, weil mich jemand schief angeschaut hat oder aus Langeweile. Heute weiß ich, dass das falsch war, und meine Brüder wissen das auch, seit mein Vater sich mit uns hingesetzt hat, um zu reden. Er hat uns gesagt, dass wir werden wie unsere Cousins, die gerne schlagen, und dass wir uns unsere Zukunft verbauen, wenn wir so weitermachen.

Was würdest du gerne an deinen Eltern ändern?

Eigentlich nichts. Ich liebe sie und wünsche mir, dass sie immer so bleiben wie sie sind.

Was würdest du gerne an deinen Lehrern ändern?

Sie sollten sich auch mal Zeit nehmen, sich die Probleme der Schüler anzuhören.

Sind dir strenge oder lockere Lehrer lieber?

Lockere, weil man mit denen besser reden kann. Ich möchte einen guten Abschluss machen. Lockere Lehrer geben uns mehr Chancen.

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