Zeitung Heute : ICANN-Wahl: Wer oder was ist ICANN?

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Die Internet Association for Assigned Names and Numbers. ICANN will kein "Parlament des Internet" sein, keine Regierung. In allererster Linie ist ICANN so etwas wie eine Verwaltungsbehörde, die zum Beispiel für die Vergabe der Top-Domain-Namen wie .de oder .com zuständig ist. Nah steht ICANN vor allem noch der amerikanischen Regierung, von deren Goodwill sie letztlich abhängt.

Näher noch als der amerikanischen Politik steht ICANN den Industrien, die vom Web leben. Industrie-Lobbyvertreter dominieren die ICANN und ihre Unterorganisationen - vor allem Lobbyisten landeten als Wunschkandidaten des Direktoriums auf der ersten von ICANN veröffentlichten Kandidatenliste. Das derzeitige ICANN-Direktorium hat fünf potenzielle Kandidaten für den Europa-Posten ausgewählt, darunter nur ein Deutscher, der Telekom-Manager Wilfried Schüller. Zwei weitere Kandidaten werden derzeit per Internet-Wahl ermittelt. Sie kommen wohl aus Berlin. Neben Jeanette Hofmann liegen der favorisierte Axel Müller-Maguhn vom Computer Chaos Club (zur Zeit über 800 Stimmen) und Axel Zerdick, Professor an der FU Berlin, gut im Rennen. Ein europäischer Kandidat muss 718 Wählerstimmen gewinnen, seine Unterstützer müssen zudem aus mindestens zwei verschiedenen Ländern der jeweiligen Region kommen.

Für die Vorwahlen haben sich über 150 000 Internet-Nutzer als "At-Large"-Mitglieder registrieren lassen, die ihre Stimme bis zum 31. August einem der über 70 europäischen Kandidaten (davon 31 aus deutschsprachigen Ländern) geben können. Die ICANN-Kandidaten sollten sich nicht zu früh freuen: Die Internet-Wähler können ihre Stimme nach Abgabe wieder zurücknehmen.

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