Zeitung Heute : Ich bin dann mal da!

Kaum hat die junge Mutter den Laptop aufgeklappt, kommt ihre kleine Tochter angekrabbelt. Lautstark macht sie klar: „Spielen ist angesagt!“ Dabei muss die Studentin dringend ihre Seminararbeit fertig schreiben und für die Klausur müssen auch noch Lernstunden eingeplant werden. Doch wohin mit dem Kind? Kitaplätze sind rar, für viele Studenten ist der Beitrag kaum bezahlbar. Für solche Fälle hat Johanna Gundermann im sächsischen Leipzig das Projekt Rockzipfel gegründet.

Die Idee: Während die Eltern arbeiten, werden die Kinder von freiwilligen Helfern und den Eltern abwechselnd bis zu fünf Stunden pro Tag betreut. In den 160 Quadratmeter großen Räumen von Rockzipfel kommen Freiberufler zusammen, Alleinerziehende, Eltern, die sonst zuhause arbeiten – und Studenten. Das Eltern-Kind-Büro eignet sich vor allem für Mütter und Väter mit kleinen Kindern. „Die hängen oft noch am Rockzipfel der Eltern“, sagt Gundermann. Hier kann der Nachwuchs jederzeit zu Mama oder Papa, im Unterschied zu anderen Betreuungsangeboten verlassen die Eltern nicht das Haus.

Rund 150 Euro Monatsbeitrag kostet ein Arbeitsplatz mit Kinderbetreuung; Studenten bekommen eine Ermäßigung. Wer möchte, kann seinen Beitrag auch abarbeiten mit Putzen, kleinen Reparaturen oder Kinderbetreuung. Das gemeinsame Arbeiten schafft zudem eine Art Netzwerk zwischen Eltern und Besuchern. Längst kommen nicht nur die Mütter und Väter vorbei, sondern auch Senioren aus der Nachbarschaft, die gerne Zeit mit Kindern verbringen. tat

Mehr im Internet:

www.rockzipfel-leipzig.de

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