Zeitung Heute : "Ich bin lieber Ritter als Knecht"

Angenommen[heute käme jemand] Herr Lunkewitz[heute käme jemand]

Sein Vermögen wird auf einen dreistelligen Millionen-Mark-Betrag geschätzt: Bernd F. Lunkewitz, 54, ist Verleger des Aufbau-Verlags in Berlin. Sein Geld hat er in den 80er Jahren mit Immobilienhandel verdient - in den 70ern war der Student noch Mitgründer der linksradikalen Frankfurter "Rote Garde Bockenheim". 1991 übernahm Lunkewitz den kurz vor der Pleite stehenden Aufbau-Verlag, Heimat vieler bekannter DDR-Autoren.

Angenommen, Herr Lunkewitz, heute käme jemand zu Ihnen und sagte: Ich will etwas von Karl Marx lesen ...

der wäre bei mir an der richtigen Adresse. Ich würde ihm einige Tipps geben.

Machen Sie mal.

Man sollte anfangen mit dem "Kommunistischen Manifest", das ist ein Buch, das sollte jeder junge Mensch gelesen haben. Dann eine ganze Reihe kleinerer Schriften, "Lohnarbeit und Kapital" etwa, aber auch die "Deutsche Ideologie". Ist das dann genug Marx? Nein, natürlich nicht. Man kann gar nicht genug Marx lesen. Der erste Band vom "Kapital" ist Pflicht. Es gibt leider viele, die kommen über die ersten 20 Seiten nicht hinaus, weil der Anfang sehr kompliziert ist. Als Verleger hätte ich zu Marx gesagt: Können Sie nicht mit etwas anderem anfangen? Ich würde dem Leser raten, weiter hinten zu beginnen, mit dem Kapitel, in dem die Entstehung des Kapitalismus historisch dargestellt wird. Das ist großartig. Und dann kann man sich langsam nach vorne arbeiten.

Wann haben Sie denn damit angefangen?

Schon sehr früh. Es muss im Jahr 1967 gewesen sein, ich war Redakteur in der Schülerzeitung "Der Kieker".

Ist ja kein sehr revolutionärer Name.

Die Zeitung hieß schon so. Mir wäre "Rote Fahne" auch lieber gewesen. Na, jedenfalls habe ich da einen Aufsatz geschrieben mit der großartigen Überschrift: "Was tun?" Das war schon sehr lustig. Ich habe dafür plädiert, dass jeder sich die Grundlagen des Marxismus-Leninismus aneignen sollte, Begriffe wie Lohnarbeit, Kapital und so weiter. Damals schon habe ich diese Leseempfehlungen gegeben.

Was war da noch außer Marx?

Die Geschichte der KPdSU von Stalin. Den "Kurzen Lehrgang" haben wir hektografiert mit so einer Kurbelmaschine, wir fanden diese Texte ganz toll. Damals sind ja Teile der Linken zu marxistisch-leninistischen oder maoistischen Organisationen gegangen, und da war Stalin ein Hero. Es war wirklich so! Wir haben nicht etwa die Verbrechen Stalins geleugnet, wir haben sie entschuldigt. Nach dem Motto: Alles, was der Überwindung bestehender Gesellschaftsstufen in Richtung Kommunismus dient, ist zulässig. Wenn dazu Gewalt nötig ist, dann muss das eben sein. Teile der Linken, viele Intellektuelle haben das so gesehen. Es gibt aber keinen ungerechten Weg zur gerechten Gesellschaft. Die Einhaltung der Menschenrechte ist das oberste Gebot. Die Gesellschaft auf friedlichem Weg zu verändern, ist langwierig und schwierig, aber es ist eben der einzige Weg.

Trotzdem erstaunlich Ihre Haltung damals: Man wusste ja bereits eine Menge über die Massenmorde Stalins. Und auch dass er seine Parteifreunde bei den Moskauer Prozessen hinrichten ließ.

Wir waren naiv. Wir wollten das Schauspiel glauben, das Stalin bei diesen Prozessen aufführen ließ. Dass Parteimitglieder eine Art Geständnis unterschrieben, sie hätten die Partei verraten, sie seien imperialistische Agenten gewesen. Dass man diese Leute so unendlich brutal gefoltert hat, gewissermaßen zu Brei geschlagen hat, wollten wir nicht wissen. Aus heutiger Sicht ist das natürlich beschämend.

Die Zeiten ändern sich: Heute geben Sie in Ihrem Aufbau-Verlag einige Bücher heraus, die die Verbrechen der kommunistischen Bewegung dokumentieren.

Ich finde es sehr wichtig, sich dieser unseligen Vergangenheit bewusst zu sein und die Schlüsse daraus zu ziehen.

Herr Lunkewitz, einige Ihrer Weggefährten sind heute sehr konservativ geworden. Sie sind ...

immer noch ein Linker. Ich bin auch heute noch Marxist.

Man kann durchaus den Eindruck haben: Wer sich heutzutage mit dem Sozialismus beschäftigt, tut das eher aus historischen Gründen.

Das sehe ich anders. Ich finde den Sozialismus aktuell.

Na ja, der Zerfall der sozialistischen Welt nach 1989 hat diese Idee nicht gerade nach vorne gebracht.

Auch das sehe ich anders. Die "real existierende" Welt, die da zerfallen ist, hatte für mich nichts mit Sozialismus zu tun. Das habe ich früh begriffen. Die KPdSU hat in der Sowjetunion nicht den Sozialismus aufgebaut, sondern den Kapitalismus. Man muss sich erinnern, was das vor 1918 für eine Gesellschaft war in Russland. Da war die Leibeigenschaft erst seit 50 Jahren abgeschafft. Der Zar stand für den rückschrittlichsten Feudalismus und sonst war da nicht viel. Das war Mittelalter. Das Land in eine moderne Industriegesellschaft zu verwandeln, war die Aufgabe der Oktoberrevolution. Die Grundlagen dafür sind heute gelegt. Russland ist jetzt kapitalistisch. Wissen Sie, der Sozialismus kommt bekanntlich nach dem Kapitalismus und nicht vorher.

Verstehen wir Sie richtig? Das Ende der Sowjetunion ist für Sie ein Schritt in Richtung Sozialismus?

Ja. Ich habe 1989 gesagt, alle, die jetzt jubeln, der Kapitalismus habe eins zu null gewonnen, werden sich noch wundern. Schauen Sie, wie schnell sich in Russland kapitalistische Strukturen aufbauen. Das läuft in die richtige Richtung.

Richtige Richtung? Sie sind ein Zyniker.

Das Problem ist nur, dass die Russen bislang noch nicht genügend kapitalistisch ausgebeutet werden. Wobei ich betone: Ausbeutung ist für mich kein negativer Begriff. Man sagt ja auch, eine Obstplantage wird ausgebeutet, das ist nichts Schlechtes. Im Kapitalismus läuft das so: Auch die Arbeitskraft ist im Kapitalismus eine Ware. Wenn der Arbeiter sie verkauft, bekommt er in der Regel den gesellschaftlich notwendigen Preis dafür. Mit seinem Lohn kann er sich als Arbeiter reproduzieren, also sich selbst und seine Familie ernähren, kleiden... - aber eben nicht mehr. Im Durchschnitt schafft aber seine Arbeitskraft mehr Wert, als die Kosten dieser Reproduktion ausmachen. Doch das Produkt der Arbeit gehört selbstverständlich nicht dem Arbeiter, sondern dem Kapitalisten. Der hat schließlich die Arbeitskraft für einen fairen Preis gekauft. Diese Mehrwertproduktion nennt man Ausbeutung, man sollte mal ein besseres Wort suchen, es beschreibt einfach einen ökonomischen Vorgang. In diesem Sinn werden die Russen nicht genügend ausgebeutet, weil nicht genügend Menschen produktiv beschäftigt sind. Aber ich denke, in den nächsten Jahren werden sie das hinkriegen, die Chinesen sowieso, und dann wird sich der Grundwiderspruch des Kapitalismus auch dort verschärfen.

Grundwiderspruch?

Der Grundwiderspruch ist, dass die Reichtümer gesellschaftlich durch Arbeitsteilung produziert, aber privat angeeignet werden. Dieses Problem wird immer größer: Am Ende gehört ganz wenigen ungeheuer viel, aber die Arbeiter sind nicht mehr in der Lage die Produkte, die sie selber herstellen, zu kaufen.

Zurück nach Deutschland, in den Herbst 1989.

Für mich waren das schöne Tage. Ich habe in Frankfurt einige Wirtschaftsführer erlebt, denen damals beim Anblick der Massen auf den Strassen und deren Rufe "Wir sind das Volk" das Herz ganz schön in die Hose gerutscht ist. Sie haben gespürt, was Massen für eine Kraft haben. Da sind ein paar Reiche in diesem Land für einen Moment sehr erschrocken.

Wir wollen festhalten: Auch Sie sind reich.

Ich bin 1972 aus der Kommunistischen Partei ausgetreten, weil ich keine revolutionäre Situation in Mitteleuropa sah, auf absehbare Zeit wenigstens. In Afrika oder Asien wäre das anders gewesen, aber nicht hier ... Ich bin nicht der Typ, der gerne aussichtslose Kämpfe führt. Für mich war klar, wenn ich schon nicht in einer besseren Gesellschaftsform leben kann, dann will ich wenigstens gut leben. Hätte ich ein paar hundert Jahre früher gelebt, zu Feudalzeiten, hätte ich damals auch versucht, lieber Ritter als Knecht zu sein.

Das hört sich nicht sehr idealistisch an.

Ach, wissen Sie, für Helden hatte ich noch nie viel übrig. Helden sind auch meistens tot, deshalb sind sie ja Helden. Vor die Wahl gestellt: reich oder berühmt, würde ich mich immer für reich entscheiden.

Sie stammen aus eher kleinbürgerlichen Verhältnissen.

Mein Eltern waren in Kassel kleine Gewerbetreibende, sie hatten Anfang der 70er Jahre eine Reinigung und eine Wäscherei. Aber ich habe sie behandelt, als wären sie Vertreter der Bourgeoisie, völlig albern. So macht man das eben, wenn man jung ist.

Klingt, als hätten Sie sich selbst Ihre Proteste gegenüber Ihren Eltern verziehen.

So kann man das formulieren.

Herr Lunkewitz, Sie gelten heute als Snob, der seinen Luxus nicht gerade verbirgt. Hat dieser Mensch früher in einer Wohngemeinschaft gelebt?

Ja, ja. Das war grauenhaft, ich hasse das. Wenn ich schon so einen Zettel sehe, wer wann Küchendienst hat, schrecklich. Man dachte damals tatsächlich, dass das Leben in einer WG etwas mit einer politischen Einstellung zu tun hat. Na ja. Ich bin da jedenfalls auch schnell wieder raus, in ein Studentenwohnheim. War auch nicht toll. Aber wenigstens konnte man die Tür hinter sich abschließen.

So, und jetzt: Wie sind Sie reich geworden?

Ich war ein armer Student, hatte mein Konto überzogen und musste arbeiten. Ich ging also zum Studentenschnelldienst, zog eine Nummer, eine sehr niedrige. Das war gut, weil man mit niedrigster Nummer sagen konnte, wenn ein guter Job aufgerufen wurde, den nehme ich. Ja, und dann wurde aufgerufen: Sekretärin bei einer internationalen Firma, Voraussetzung Englisch, Französisch, Schreibmaschinenkenntnisse, 20 Mark die Stunde. Das war viel Geld. Den Job nahm ich.

Sie begannen also als Sekretärin bei einer englischen Immobilienfirma.

Jedenfalls machte ich die Sache anscheinend ganz gut, denn nach zwei Wochen fragte mich der Chef, ob ich nicht fest einsteigen wolle, sie wollten eine Firma in Deutschland aufbauen. Den Job hätte ich wohl niemals bekommen, wenn ich mich offiziell mit meinen Unterlagen beworben hätte.

Ihre kommunistische Vergangenheit wäre vielleicht nicht so großartig angekommen.

Dafür hat sich nie jemand interessiert. Jedenfalls war ich da zwei Jahre, dann hat mich die Konkurrenz abgeworben. Da habe ich das Immobiliengeschäft aufgebaut, und alle Beteiligten, ich auch natürlich, haben schnell sehr ordentlich Geld verdient.

Was muss ein guter Immobilienberater können?

Er muss die Interessen seiner Mandanten ordentlich vertreten. Ein guter Makler ist immer Partei. Als Berater darf man nicht nur die eigenen Provisionen im Kopf haben, sonst ist man schnell kein Berater mehr. Man muss auch sagen: jetzt nicht kaufen, sondern erst in einem Jahr.

Was ist faszinierend an der Welt der Immobilien?

Gar nichts. Fasziniert hat mich das nie. Ich habe es als Möglichkeit gesehen, viel Geld zu verdienen. Das ist ja steuerlich auch interessant, man kann ein Haus zehn Jahre abschreiben und es dann steuerfrei verkaufen, das ist doch wunderbar. Ich habe mich nicht einen einzigen Tag für mein Geld geschämt. Schauen Sie, heute bin ich Verleger, ohne mein Geld hätte ich das nie machen können.

Waren Sie früher Hausbesetzer?

Kurz, aber ein gescheiterter. Wir wollten ein Haus in Frankfurt besetzen, das interessanterweise den Gewerkschaften gehört hat, aber die Polizei hat uns sofort rausgetrieben. Zehn Jahre haben die Gewerkschaften dieses Haus leer stehen lassen, das ist zwar verboten, aber wo kein Kläger, da auch kein Richter. Also, ich war schon mit Joschka ...

unserem heutigen Außenminister ...

und seiner Putztruppe in den Frankfurter Häuserkampf damals aktiv verwickelt, aber nicht direkt in besetzten Häusern.

Jetzt sind Sie schon seit vielen Jahren Hausbesitzer. Wie ist denn dieses Leben?

Wunderbar. Der Hausbesitzer kassiert Miete, das ist eine der wesentlichen Einkommensarten im Kapitalismus, ein ordentliches, müheloses Einkommen.

Ein reicher Linker. Verstehen Sie es, wenn da einer einen Widerspruch sieht?

Nein, das verstehe ich nicht. Was soll an meinem politischen Argumenten anders sein, nur weil ich Geld habe?

Sie verkehren viel in nobler Gesellschaft. Was meinen Sie, ist deren Urteil über Sie?

Die sagen wahrscheinlich, der ist ein Spinner oder sowas, keine Ahnung. Aber manchmal verwickle ich dann jemanden in ein ernsthafteres Gespräch, und am Ende, nachdem alle Argumente ausgetauscht sind, kommt es zu folgendem Dialog. Er sagt: Der Mensch ist schlecht. Ich sage: Nein, der Mensch ist zum Guten fähig. Das ist ja im Grunde eine Glaubensfrage. Aber man kann feststellen: Wenn der Mensch zum Guten fähig ist, dann ist er auch zur kommunistischen Gesellschaft fähig. Und wenn nicht, dann wird die Welt untergehen. Das ist die Alternative.

Herr Lunkewitz, wir sehen den untergehenden Kapitalismus noch nicht so recht.

Es kann niemand sagen, wann das geschieht. Es kann nur ein paar Jahre dauern, Jahrzehnte, oder noch ein paar Generationen. Aber schauen Sie, nur ein Beispiel: Unsere Gesellschaft funktioniert nur, wenn sie wächst. Zwei, drei Prozent im Jahr, das ist ja nicht viel, aber man kann es hochrechnen: In soundsoviel Jahren verdoppelt sich alles, doppelt so viel Autos, doppelt so viel Energieverbrauch. Das kann nicht gut gehen, das wird zum Kollaps führen. Ein anderes Beispiel: Unser Verhältnis zur Dritten Welt. Wie geht es weiter, etwa mit Afrika? Wollen wir sagen: Da ziehen wir einen Zaun drum, und wir vergessen alles, und die Massai da drinnen sollen Rinderblut trinken? Geht nicht so richtig. Also: Entweder die kommen selbst industriell auf die Beine, dann beginnt dort der kapitalistische Kreislauf. Oder sie kommen alle zu uns.

Bleiben wir zunächst in Deutschland.

Was sich in den neuen Bundesländern entwickelt hat, ist sozusagen die Zukunft dieses Landes. Da gehört alles irgendwelchen Kapitalgesellschaften oder wenigen reichen Leuten aus dem Westen. Die Menschen dort haben nur ihre Arbeitskraft. Aber es gibt zu wenig Arbeit, weil die supermodernen Fabriken, in Bitterfeld etwa, zwar Milliarden gekostet haben, aber nur eine Handvoll Arbeiter beschäftigen.

Wenn wir schon beim Sammeln von Krisensymptomen sind: Hat das Massaker in Erfurt für Sie irgendwas mit unserer kapitalistischen Gesellschaft zu tun?

Wahnsinnige Massenmörder gab es gerade in Deutschland schon immer. Wir sind da sozusagen führend in der Geschichte. Auch die Heuchelei danach hat Tradition. Jetzt will man Videospiele verbieten, damit die arme Jugend nicht der Gewalt verfällt. Gleichzeitig lernen Zehntausende junger Männer bei der Bundeswehr schießen und töten.

Also gut, Herr Lunkewitz, angenommen, es kommt irgendwann zum großen Revolutionstag.

Wenn die gesellschaftlichen Verhältnisse neu geordnet werden? Dann zünde ich mir eine Zigarre an und freue mich. Das wird ein schöner Tag.

Sind Sie sich da so sicher? Den Reichen ging es bei Revolutionen oft an den Kragen.

Die Revolution, die ich mir vorstelle, wird nicht so ablaufen wie frühere bürgerliche Revolutionen, also wie die Französische Revolution oder die Oktoberrevolution. Es muss ja immer dann Gewalt angewendet werden, wenn eine gesellschaftliche Minderheit an die Macht will. Wenn sich aber die große Mehrheit zusammen tut und ruft "Wir sind das Volk", dann braucht es keine Gewalt. Das hat man 1989 gesehen.

Was ist Ihre Lebenserfahrung: Wer ist netter, wer klüger - reiche Menschen oder nicht so reiche Menschen?

Es gibt kluge Reiche und sehr dumme Reiche. Und bei Ärmeren ist das genauso. Ich würde sagen, die Intelligenz ist quer durch die Schichten gleichermaßen verteilt. Aber wissen Sie, was mich an vielen deutschen Reichen aufregt? Wenn sie so verzagt mit ihrem Reichtum umgehen. Die haben die letzten 50 Jahre einen Haufen Geld verdient und tun immer noch so, als kämen sie aus einer Dreizimmerwohnung.

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