Zeitung Heute : „Ich hätte gern ein paar Falten weniger“

Er hat einen Ruf wie Donnerhall. Eduard Geyer gilt als der härteste Schleifer der Bundesliga. Die Wahrheit ist: Er schlendert öfter durch Kaufhäuser, liebt teure Uhren und wäre gerne mal nett.

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Die Stadt Cottbus hat 108 000 Einwohner, ihr Verein Energie spielt nun die dritte Saison hintereinander in der Fußball-Bundesliga. Dieses kleine Wunder hat Trainer Eduard Geyer, 57, vollbracht. Geyer war lange bei Dynamo Dresden, als Spieler und als Trainer; mit ihm wurde die Mannschaft 1989 Meister. Er ging als letzter Auswahltrainer der DDR in die Geschichte ein. Eduard Geyer ist seit 35 Jahren mit seiner Frau Angelika verheiratet.

Interview: Norbert Thomma; Foto: Bernd Hartung Herr Geyer, der Schriftsteller Robert Louis Stevenson hat die „Schatzinsel“ geschrieben…

…ein tolles Buch! Ich habe es ein paar Mal gelesen und den Film sicher zehn Mal gesehen.

...und auch die Geschichte von Doktor Jekyll und Mister Hyde. Verstehen Sie, dass man dabei an Sie denkt?

Nein. Warum auch? Ich bin kein Mörder wie Mister Hyde. Meinen Sie, ich sei wandelbar wie die beiden?

Sie sind einerseits ein höflicher, geradezu galanter Bürger. Und ein andermal teufeln Sie mit verzerrtem Gesicht das Fußballfeld entlang und treten mit dem Fuß wütend eine Werbebande um.

Ja, ich brülle, ich gestikuliere, ich tobe. Aber ich bin kein Selbstdarsteller. Ich will nur meinen Spielern helfen. Die treffen den Ball nun mal nicht so gut wie der Rositzky von Dortmund oder der Ballack bei Bayern. Meine Spieler machen dafür taktisch viel weniger Fehler. Ich rufe: Mehr links! Verzögern! Das verbessert unser Spiel. Und manchmal mache ich auch Mut. Ich kann die ja nicht dauernd zusammenfalten, einige sind supersensibel, die nehmen sich am Ende noch einen Strick. Das kann ich mir nicht leisten.

Erschrecken Sie, wenn Sie sich im Fernsehen sehen?

Ich liebe mich! Aber im Ernst, eine Zeit lang habe ich gedacht: Au Mann, nimm dich ein wenig zurück! Und was passierte dann? Meistens haben wir verloren. Inzwischen habe ich mich an meinen Anblick gewöhnt. Hier ist eben Cottbus, hier ist Kampf gegen den Abstieg. Hätte ich eine viel bessere Mannschaft, könnte ich eher lässig auf der Bank sitzen.

Eng mit Ihrem n ist ein Wort verbunden: Disziplin. Es muss Sie ärgern, wenn Sie so die Kontrolle verlieren.

Ich ärgere mich nicht über mich. Ich ärgere mich über die Medien, die mich zu einem durchgeknallten Disziplinfanatiker stilisieren. Dabei gehören Anstand und Pünktlichkeit zum normalen Leben, und Unterordnung gehört zur Arbeit in einem Team.

Die „FAZ“ schrieb vom „knorrigen Sachsen“ mit „gnadenlosem Feldwebelstil“, die „Berliner Zeitung“ nannte Sie einen „konservativ-autoritären Typen“.

Mir wurst, ehrlich. Es ist oberflächlich, klischeehaft.

Für das Image haben Sie einiges getan. Sie nannten die deutschen Nachwuchsspieler „lahme Säcke“: „Die rauchen, saufen und huren rum bis sechs Uhr morgens – wie die Nutten von St. Pauli.“

Das stimmt ja, wenn auch nicht für alle. Ich habe bestätigende Briefe von Eltern bekommen. Junge Spieler sagten mir, ich hätte Recht. Nur der Zeitpunkt war falsch, wir spielten ein paar Tage später bei St. Pauli.

Die Fans empfingen Sie mit Transparenten: „Unser nächster Freier – der Ede Geyer.“ Sagen Sie mal, haben Sie wirklich Blasröhrchen zur Alkoholkontrolle?

Ja, die habe ich vor einem Jahr bei der Polizei besorgt. Ich hatte den Eindruck, einige Spieler hätten… nun, sagen wir, ein Problem. Ich habe erklärt: Ich lasse Euch blasen! Die Röhrchen blieben bis heute unbenutzt.

Und Schuhe putzen müssen Ihre Spieler persönlich.

Die Schuhe sind das Handwerkszeug eines Fußballers. Man muss die Stollen ölen, damit sie leicht zu wechseln sind. Man muss das Material pflegen, damit man keine Blasen kriegt. Das ist ein intimer Vorgang, das kann man keinen Fremden machen lassen. Natürlich werfen meine Spieler Socken und Hemden in einen Korb, und dann werden sie gewaschen. Aber Schuhe? Für mich geht das nicht.

Wie putzt man Schuhe richtig?

Sie müssen am Ende sauber sein, das ist alles. Wenn man auf einem verschlammten Platz herumgerannt ist, wäscht man die mit einer Bürste unter fließendem Wasser. Zum Trocknen kommt eine alte Zeitung rein. Dann werden sie gründlich gefettet. Ich könnte auch nie aus dem Haus gehen mit dreckigen Schuhen. Die Mannschaft regelt das übrigens alleine, ich muss nicht mehr hinterher sein. Es gibt einen Strafenkatalog für Zuspätkommen, für schmutzige Schuhe und so weiter. Ein Spieler kassiert, da bleibt einiges Geld hängen.

Schwer vorstellbar: Sie selbst galten als sensibler Fußballer. Sie sollen mit 24 Jahren überlegt haben aufzuhören, weil Sie auf der Reservebank sitzen mussten.

Ich hatte bei Dynamo Dresden nach guten Jahren die Krätze, war schlecht und musste in die zweite Mannschaft. Doch aufhören – so zart besaitet war ich nicht.

Hätten Sie so einen Trainer wie Eduard Geyer ertragen?

Sicher. Ich habe lange unter Walter Fritsch trainiert, wer das überlebt hat, den schreckt nichts. Dagegen ist es reinstes Schlaraffenland, was ich hier veranstalte.

Die Stimmung beim Training vorhin war aufgeräumt, Spieler scheinen Sie zu mögen. Wie war es bei Fritsch?

Wir haben 80 Sprints hintereinander gemacht und dann in den Wald gekotzt. Klingt furchtbar, nur: Wer nicht lernt, sich im Grenzbereich zu überwinden, kann das nach 80 Minuten auch nicht im Spiel. Für meinen Geschmack wird heute zu wenig trainiert.

Ihr Trainer Fritsch hat alle Spieler so genannte Kritikbücher führen lassen. Sie selbst haben 1972 notiert, da waren Sie 28 Jahre alt: „Ich deckte zu lasch, störte nicht gleich bei der Ballannahme, hatte billige Abspielfehler mit drin. Mein schlechtestes Spiel als Vorstopper.“

Mir hat das imponiert. Das waren dicke Kladden, wir sollten uns selbst einschätzen, den Gegner, die Mannschaftsleistung. Ich habe das als Trainer weitergeführt, vor allem für jüngere Spieler. Was man gesehen hat, aufgeschrieben, durchdacht, bleibt besser hängen. Enger an den Mann! Spiel einfache Bälle! Es war eine gute Hilfestellung. Und für den Trainer eine immense Belastung; 20 Spieler, ein gewaltiger Stapel Bücher. Der Trainer hat ja nicht nur eine Note reingeschrieben. Jeder Einzelne bekam ein, zwei Seiten mit verschiedenen Farben, grün, rot, blau, Analyse, Fehler…

In Ihrem Buch lautet ein Eintrag von Fritsch: „Lieber Sportsfreund Geyer! Zum Spiel gegen Union werden Sie als linker Mittelfeldspieler eingesetzt. Die Aufgabe besteht darin, den Angriff durch konzentriertes Spiel zu fördern, ich meine den Ball laufen zu lassen. Die Grundlinie ansteuern – Rückpass und Torschuss. Nach Ballverlust die Deckungsaufgaben erfüllen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg. Ihr Walter Fritsch.“ Herr Geyer, das hört sich an wie aus einem fernen Jahrhundert.

Es ist bedauerlich, dass es so klingt. Ich mochte das. Ich habe mir als Trainer damit viel Mühe gemacht, auch mal mit einer taktischen Skizze. Es funktioniert nur, wenn die Spieler es nicht als Nonsens begreifen. Mit meinen vielen ausländischen Spielern geht das sowieso nicht, und viele junge deutsche Millionäre haben auch ihre Schwierigkeiten mit dem Schreiben.

Wie erklären Sie Ihren Spielern, was Sie wollen?

Ich lasse ein Video zusammenschneiden und sage, guck dir das an. Das ist praktisch. Aber selber schreiben, sich Gedanken machen, ist besser.

Die Zeit der Zensuren ist vorbei.

Nein. Jeder Spieler bekommt von mir eine Note. Die wollen das, wie im „Kicker“. Und wenn das Spiel schlecht war, schreibe ich die Aufstellung an eine Wand, streiche weg, wer nicht mitgespielt hat, am Ende bleiben drei übrig: „Diese drei Mann sollen ein Spiel gewinnen?!“ Das versteht jeder.

Sie haben viel mit Ihren heute erwachsenen Söhnen gespielt. Es heißt, Sie hätten beide nie gewinnen lassen.

Oh ja, alles haben wir gespielt, Halma, Schach, Skat, Mensch-ärgere-Dich-nicht, Fußball… Und wenn ich beim Halma drei im Ziel hatte, kam das vierte Hütchen auch noch rein. Sie wissen doch, wie Kinder sind, die werden bockig, schmeißen die Figuren um – das gab es bei mir nicht. Wenn ich gewonnen habe, mussten die mit durch. Es gab da schon ein paar Tricks, sie bei Laune zu halten, nur aufgeben sollten sie nicht.

Kein Pardon?

Wenn ich zehn Mal hintereinander gewonnen hätte, hätte ich sie vielleicht gewinnen lassen. Sie sollten ja nicht die Lust verlieren. Es ging mir ums Prinzip: Sie sollten lernen, dass man auch mal verlieren muss.

Sind Sie ein guter Verlierer?

Wenn ich ein guter Verlierer wäre, würde ich nicht als erfolgreicher Trainer hier sitzen. Ich kann schlecht verlieren, eigentlich gar nicht.

Oliver Kahn ist nach einer Niederlage lange nicht ansprechbar.

Verstehe ich. Viele Spieler können im Bus wieder lachen und Skat spielen, denen könnte ich die Karten um die Ohren hauen. Als Trainer kann ich nicht eine Woche lang eine Fresse ziehen. Sonntag früh ist Lockerungstraining, ich muss für gute Stimmung sorgen.

Das geht?

Als wir mal 14 Spiele nicht gewonnen haben, fiel mir das unheimlich schwer. Immer war ich das Rindvieh! Ich hatte Magenschmerzen. Und doch habe ich allen Hoffnung gemacht, manchmal hilft Lob, kein Tadel.

Sie sagten mal: „Lob? Das ist nicht mein Brot.“

Ja? Es ist doch herrlich, wenn ich als Trainer sagen kann: Du warst richtig gut, Weltklasse! Bei uns passiert das wenig. Ich kann mich nicht daran erinnern.

Herr Geyer, Sie schauen dauernd auf die Uhr…

…weil ich längst ein paar Runden laufen wollte.

Nichts tun, können Sie das?

Nein, das geht nicht.

So ein fauler, freier Tag, wie sieht der bei Ihnen aus?

Frühstücken mit meiner Frau. Dann wandern in der Dresdener Heide oder im Elbsandsteingebirge. Wenn das Wetter nicht so ist, schauen wir Geschäfte an. Ich kann drei Stunden durchs Kaufhaus gehen, Dresden hat einen schönen Karstadt. Manchmal trennen wir uns, ich gucke nach Uhren, das ist ein Tick von mir.

Sie tragen eine am Arm, eine liegt auf dem Schreibtisch. Wie viele haben Sie denn?

Keine zehn, ich fange erst an zu sammeln. Und diese beiden hier sind einfache Sportuhren, nicht so schön. Ich finde im Moment keine, die mir richtig gefällt.

Sie reden von Marken wie Rolex, Ebel oder Breitling.

Viele sind zu undeutlich auf dem Zifferblatt. Ich mag klare Uhren. Ich habe eine im Auge, die kostet allerdings 11 000 Euro. Ich kaufe sie nicht, das wäre Snobismus. Trotzdem ist es sicher schön, so eine zu haben.

Sie gucken Uhren an und kaufen sie selten. Das genügt?

Nein, es reicht nicht. Ich kämpfe lange mit mir, die Uhr ist einfach zu teuer. Obwohl da eine richtige Uhr drin ist und nicht irgendein Chip. Mich fasziniert Mechanik. Im Zwinger gibt es eine Ausstellung von Uhren: Unglaublich, was die früher für raffinierte Chronometer gebaut haben. Genauigkeit, das ist was. Ich könnte keine Uhr tragen, die ständig vor oder nach geht.

„Focus“ findet, die Cottbusser seien „der Proletarier des Fußballs“. Dabei sieht man Sie oft im feinen Zwirn.

Ich habe Anzüge gern. Wenn ich einen sehe, bei dem mir die Farbe gefällt, fasse ich den Stoff an. Man muss ihn in der Hand spüren. Es darf nicht knittern, das finde ich schrecklich. Ich würde nie einen Leinenanzug kaufen. Da siehst du nach einer Fahrt mit dem Auto aus wie ein Schluck Wasser. Ich mag auch schöne Hemden oder Schuhe. Aber Schuhe für 800 Mark, das bringe ich nicht übers Herz. Ich kaufe lieber preiswerte und gebe den Rest meinen Kindern.

Sie achten sehr aufs Äußere.

Ich bin eitel, ja. Ich möchte gut gekleidet sein, ich will sauber sein, ich brauche einen guten Duft. Ich hätte gerne ein paar Falten weniger. Morgens unrasiert zum Training, das kann ich nicht leiden. Es gibt Männer, denen steht so ein Drei-Tage-Bart. Aber meistens sieht es abscheulich aus. Und bei mir wird der Bart langsam grau, das macht mich noch älter, als ich bin.

Seit acht Jahren trainieren Sie Cottbus. Mit 5000 Mark brutto haben Sie angefangen, nun verdienen Sie das 20-fache. Der Blick auf so einen Gehaltszettel…

…ist natürlich gigantisch. Sie dürfen nur nicht vergessen, das ging nicht auf einen Sprung. Da habe ich mich langsam rangepirscht. Aber ich gebe zu, es ist ein beruhigendes Gefühl, gut zu verdienen. Man sollte sich nur nicht daran gewöhnen. In diesem Job kann das Ende schnell da sein. Ich bin ein vorsichtiger Mensch.

Vergangene Woche wurde wenig über Fußball geredet und viel über schwarz geflossene Gelder. Wie finden Sie solche Regelverletzungen?

Handgeld fließt schon ewig. Ob versteuert oder unversteuert kann ich nicht sagen.

Die Mutter Küchenhilfe, der Vater Schneider, Sie sind das jüngste von drei Kindern. Streng erzogen worden?

Vater war spontan, vor dem hatte ich Schiss. Mutter war ausgleichend. Es gab schon mal eine Tracht Prügel, das war nicht schlimm. Dafür hat sich Vater eine Nacht lang hingesetzt und Hosen für uns genäht. Und wenn am Monatsende das Geld alle war, durften wir mit der letzten Mark ins Kino. Das vergesse ich nie.

Ottmar Hitzfeld hat als Kind etwas erzählen wollen, keiner hörte zu. Da sagte er, wenn ich jetzt nichts erzählen darf, rede ich nicht mehr. Er hielt ein Jahr lang den Mund.

Das hätte ich nie durchgestanden, das ist abnorm. Soviel Sturheit hat nichts mit Willenskraft zu tun. Was ich verstehe, ist der Impuls: Zu zeigen, dass du da bist.

Können Sie streiten?

Schlecht. Meine Frau auch nicht. Ich neige zur Harmonie, ich habe gern meine Ruhe.

Sie sind ein harmoniesüchtiger Choleriker.

Die Arbeit ist eine andere Sache. Ich muss mich als Einziger mit allem auseinandersetzen. Ich muss! Da kann ich nicht immer der gute Onkel sein. Ich muss sagen, was nicht funktioniert, muss kritisieren. Die denken sicher, der schon wieder. Wissen Sie, wie oft ich davon die Schnauze voll habe? Der Präsident kann mal zwei Minuten vorbeikommen und sagen, ach, sind das nette Kerle, warum nörgelt der Geyer? Weil ich sie Tag und Nacht um mich habe, da gibt es mehr Schelte als Schokolade. Ich wäre auch lieber mal der Positive und der Nette, mir steht es manchmal hier oben.

In einem Trainingslager haben Sie die Spieler so gescheucht, dass die nur noch rückwärts Treppen steigen konnten wegen der Schmerzen.

Da war ich noch ein junger Trainer, das würde ich nicht mehr machen. Einige hatten damals solchen Muskelkater, die sind ein paar Tage ausgefallen. Das war methodisch falsch von mir.

Einmal, Sie waren noch Spieler, lagen Sie sturzbetrunken im Bett. Ihr Trainer hat die Mannschaft aufgeweckt und in Ihr Zimmer geführt: Schaut euch diesen üblen Kerl an!

Ich erinnere mich nicht, aber die Geschichte soll stimmen. Ich habe ja nie gesagt, ich trage einen Heiligenschein. Sie können nur sicher sein, dass ich am nächsten Tag pünktlich zum Training erschienen bin.

Gesellschaftliche Umwälzungen sind selten friedlich. Doch die DDR ist ganz ordentlich zusammengestürzt.

Es ist ein großes Verdienst aller DDR-Bürger, dass das so friedlich ging. Vielleicht hat auch die rasante Geschwindigkeit viele überrascht.

Kurz nach der Wende stellte sich heraus, dass Sie als „IM Jahn“ Berichte über andere Fußballer geschrieben hatten. Es wurden auch Geldsummen notiert…

…und das ist gelogen. Ich habe nie Geld erhalten. Wer nie im DDR-Leistungssport war, kann meine Situation sicher nie verstehen. Ich hätte damals viele Dinge hinterfragen müssen. Mehr gibt es nicht zu sagen.

Sie haben den Umbruch als letzter Auswahltrainer der DDR erlebt. Sechs Tage nach der Maueröffnung konnten Sie sich für die Weltmeisterschaft 1990 in Italien qualifizieren – es hat nicht geklappt.

Ein Jammer. Ein Unentschieden in Österreich hätte genügt, es wurde ein 0:3. Es lief alles chaotisch ab. Berater stürzten auf die Spieler. Thom, Kirsten, Sammer – jeder wedelte mit Geld, jeder hofierte sie.

Hatten Sie Verständnis für Ihre konfusen Spieler?

Na klar. Aber es fiel mir schwer. Stellen Sie sich meine Lage vor: Nach 1974 konnte ich die DDR wieder zu einer WM bringen! Und plötzlich lief alles aus dem Ruder. Für einen Trainer ist das die größte Scheiße. Ich freue mich, wie alles gekommen ist. Dass meine Söhne in Amerika und in China studieren konnten, dass man reisen kann. Aber für mich kam die Wende eine Woche zu früh.

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