Zeitung Heute : Ideen für den künftigen 1er

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Nicht nur mit der britischen Marke Mini sondern auch mit Modellen unterm BMW-Signet werden sich die Münchener künftig auch in den Fahrzeugklassen unter dem 3er engagieren. Denn schon von 2004 an soll im BMW-Werk in Regensburg mit einer Stückzahl zwischen 50 000 und 100 000 Exemplaren jährlich der neue weiß-blaue 1er vom Band rollen. Positioniert zwischen Mini und 3er soll der künftig kleinste BMW in der Golf-Klasse mit längs eingebauten Frontmotor eine heckgetriebene und fahrdynamisach besonders attraktive Alternative zu den dort üblichen Fronttrieblern mit quer eigebautem Triebwerk bieten. Die Preise könnten irgendwo zwischen 16 000 und 17 500 Euro beginnen. Als Motoren sind ausschließlich Vierzylinder mit Valvetronic vorgesehen, bei der BMW die Leistung nicht mehr über eine Drosselklappe steuert, sondern durch Variation des Ventilhubs. Das erhöht den Wirkungsgrad dieser Motoren, die erheblich sparsamer als vergleichbare Triebwerke mit Drosselklappe sind und zudem schon bei niedrigen Drehzahlen mit hoher Durchzugskraft überzeugen. Die Hubräume werden zwischen 1,6 bis 2,0 Liter liegen, wobei sich besonders sportliche Varianten mit Turbolader präsentieren werden. Und neben den Benzinern wird es auch beim kleinsten BMW einen Diesel geben.

In der Länge werden die neuen grundsätzlich als Zweitürer angebotenen 1er aus München um 4,10 Meter messen und sich durch einen recht kurzen vorderen Überhang und eine nur leicht keilförmig ansteigende Gürtellinie auszeichnen. Der Radstand wird rund 2,65 Meter messen, was ein ordentliches Platzangebot auch im Fond dieses Kompakt-BMW mit der coupéförmigen Linie erwarten lässt, auch wenn man keine Raumwunder erwarten darf. Mit dem 1er kommt auch eine weitere Variante einer künftigen neuen BMW-Optik, deren Hauptelemente bereits in der viersitzigen Cabrio-Studie BMW CS1 zu finden sind, die unlängst in Genf gezeigt wurde und von heute an auch bei der Leipziger Frühjahrsschau AMI 2002 zu sehen ist. Eine Studie, die durchaus realitätsnah eine künftige Cabrio-Variante des neuen 1ers darstellt, die allerdings erst nach den Limousinen auf den Markt kommen wird. Sie wird dann wahrscheinlich als 2er angeboten werden und in ihren Abmessungen weitgehend dem offenen Golf entsprechen - allerdings ein Vollcabriolet ohne Überrollbügel sein.

Wichtige Designelemente des künftigen 1er-BMW dürften die neu interpretierte BMW-Doppelniere und eine vergleichsweise steile Front sein, die zeigt, dass dynamische Linien nicht unbedingt nach einer stark angeschrägten Frontpartie verlangen. Ein weiteres Gestaltungselement des neuen 1ers versprechen die eigenwillig geschwungenen Schweller zu werden, die zugleich die unteren Türabschlüsse markieren. Trotz der durchweg leicht geschwungenen Linien zeigt die Gesamtlinie der Studie allerdings absolut schnörkelfreie klare Formen und wirkt mit ihren großen 18-Zoll-Leichtmetallrädern sehr getreckt.

Die traditionellen Doppelscheinwerfer, die bei der Studie versetzt angeordnet sind, werden durch Leuchtringe umrahmt. Ihre Abdeckung zieht sich bis hinaus zur Motorhaube, so dass der Eindruck weit geöffneter Augen entsteht. Und für besondere Dynamik der Front sorgt zusammen mit der kraftvollen Frontschürze ein breiter Lufteinlass. Bei den Rückleuchten kombiniert BMW Leuchtflächen mit integrierten Doppelleuchtringen, wobei ringförmig angeordnete Leuchtdioden die Funktionen von Bremslicht, Blinker und Rückfahrscheinwerfer übernehmen. Der gesamte Hintergrund dieser LED-Ringe wird als Schlusslicht rot hinterleuchtet - eine nicht nur technisch, sondern auch optisch interessante Gestaltung.

Nicht minder akttraktiv zeigt sich die Linie des Interieurs, wobei die BMW-Designer ganz neue Wege bei der Verwendung von Leder, Neopren und Aluminium gehen. Dabei ergeben sich ungewohnt grazile Flächen etwa bei den Nackenstützen, über dem Cockpit und in der Mittelarmlehne, da die Oberflächenmaterialien nicht wie üblich als Verkleidung eingesetzt werden, sondern über feine Aluminiumrahmen gespannt ihre eigene Form und Funktion erhalten - eine Technik, die einen trotz des eigentlich knappen Raums großzügigen Raumeindruck schafft und zugleich erheblich Gewicht einzusparen hilft. Elemente, die tragende Funktionen im Interieur haben, sind dagegen mit mattem Aluminium gestaltet.

Unter der Motorhaube der Studie CS1 steckt der bewährte 1,8-Liter-Vierzylinder mit 85 kW (115 PS), der mit einem SMG-Getriebe kombiniert ist. Die drei Buchstaben stehen für "Sequenzielles Manuelles Getriebe" und damit ein automatisiertes Schaltgetriebe, bei dem der Schalthebel oder Wippen im Lenkrad zum Gangwechsel nur noch angetippt werden. Das Schalten und das Ein- und Auskuppeln übernehmen bei solchen Getrieben elektrische Stellmotoren, die diese Arbeit übrigens sehr viel schneller erledigen. als das normalerweise ein Fahrer tut. Und da es sich nicht um eine Automatik mit Wandler handelt, gibt es bei solchem Getriebe auch keinen Mehrverbrauch - eine Technik, die heute immer öfter angeboten wird und sich insbesondere bei kompakteren Fahrzeugen in den nächsten Jahren auf breiter Front durchsetzen dürfte.

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