IKONEPatti Smith : Ein Hund namens Jackson

Tobias Schwartz

Wenn Patti Smith behauptet, dass sie sich nicht als Musikerin definiert, sondern eher als Amateurin, könnte man das leicht für Koketterie halten. Immerhin hat die 65-jährige „Godmother of Punk“ mit ihrem Debütalbum „Horses“ (1975) eine der wichtigsten Platten der Rockmusikgeschichte vorgelegt und mit „Because the Night“ einen unsterblichen Hit (den Bruce Springsteen für sie schrieb). Andererseits ist es unbestreitbar, dass ihre Aktivitäten weit über die Musik hinausreichen.

So ist die Ikone der Frauenbewegung auch mit Fotoarbeiten erfolgreich, und ihre Memoiren „Just Kids“ wurden vor zwei Jahren in den USA sogar zum Bestseller. Angefangen hat Patti Smith ihre Karriere ohnehin als Dichterin und Malerin. Umso weniger wundert es, dass Dichter wie Arthur Rimbaud, Malerdichter wie William Blake oder Schriftsteller wie Nikolai Gogol auch auf ihrem neuen Album zitiert werden. „Banga“, benannt nach einem Hund aus Michail Bulgakows Roman „Der Meister und Margarita“, ist ein anspruchsvolles Werk geworden: teils ruhig und melodiös wie der erste Song „Amerigo“ oder die hitverdächtige Nummer „April Fool“, teils aber auch rau und rockig wie etwa der Titelsong, zu dem Patti Smiths Sohn Jackson Hundegeheul anstimmt und kein Geringerer als Johnny Depp Gitarre und Schlagzeug spielt. Aufgenommen wurde „Banga“ wie einst schon „Horses“ in den legendären New Yorker ElectricLady-Studios. Jetzt kommt die vor fünf Jahren in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommene Musikpoetin nach Berlin, um ihre neuen Songs auch live vorzustellen. Tobias Schwartz

Tempodrom, Mi 11.7., 20 Uhr, 30-42 € + VVK

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