ILLUSTRATIONEN„Tripp & Tripp – Bilder über 40 Jahre hinweg“ : Mit einer Kinderseele

Eva Kalwa

Ein Blick in das runde, lachende Gesicht mit den rußgeschwärzten Wangen genügt. Selbst wenn der Betrachter diesen fröhlichen Lukas nicht kennt – was unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich wäre – sieht er auf der Zeichnung sofort: Das ist ein echter Kumpel, einer zum die Welt umfahren. Mit einer alten Lokomotive vielleicht, die auf den Namen Emma hört.

Michael Endes Geschichten über Jim Knopf und Lukas den Lokomotivführer sind weltberühmt, visuell zum Leben erweckt hat das wunderbare Lummerland der 1978 verstorbene Illustrator Franz Josef Tripp. Der ausgebildete Maler und Grafiker hat erst Busfahrpläne und Fremdenverkehrswerbung illustriert, bis er sich der Bebilderung von Kinderbüchern zuwandte. 1960 begann seine Zusammenarbeit mit dem Thienemann Verlag. Tripps fantasievolle, warmherzige Zeichnungen des garstigen Räubers Hotzenplotz oder des pfiffigen kleinen Gespenstes von Otfried Preußler begleiten Kinder und Erwachsene bis heute.

Die Ausstellung „Tripp & Tripp – Bilder über 40 Jahre hinweg“ zeigt neben den Originalzeichnungen von Franz Josef Tripp auch großformatige Kohlearbeiten seines Sohnes Jan Peter Tripp. Als Künstler, der für seinen skeptisch-melancholischen Blick bekannt ist, hat er die Originale des Vaters liniengetreu vergrößert und mit Erinnerungen aus Kindheitstagen verknüpft. So entstand eine respektvolle Hommage und eine persönliche Annäherung an das Werk des Zeichners, der seine Bücher immer „mit einer Kinderseele und für eine Kinderseele“ gestaltet habe, so Jan Peter Tripp. Eva Kalwa

Literaturhaus Berlin, bis Mo 30.6., Mo-Fr 10-17 Uhr u. zu Veranstaltungen, Fr 16.5., 20 Uhr: Lesung Jan Peter Tripp, Eintritt frei

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben