Zeitung Heute : Im Beet regt sich was: Fleißige Lieschen

Die üppig blühenden Pflanzen kommen nach den Eisheiligen in die Erde.

Wie schon der Name verrät, sind die Fleißigen Lieschen (Impatiens) üppig blühende Pflanzen für die Sommermonate. Mit ihren farbenfrohen Blüten sind sie ausgesprochen dekorativ, und da es zahlreiche Farbvarianten mit einfachen, halb gefüllten und gefüllten Blüten sowie Pflanzen mit panaschierten Blättern gibt, ist für jeden Geschmack etwas dabei. Außerdem sind Fleißige Lieschen recht anspruchslos und blühen bis zum Frost. Pflanzzeit ist nach den Eisheiligen, also ab Mitte Mai. Jetzt ist Gelegenheit, ihnen in Haus und Garten einen gebührenden Platz einzuräumen.

Die Gattung Impatiens gehört zur Familie der Balsaminengewächse (Balsaminaceae) und ist mit etwa 500 Arten in tropischen und subtropischen Gebirgen verbreitet. Eine der wichtigsten Arten ist das eigentliche Fleißige Lieschen (Impatiens walleriana). Seit seiner Einfuhr aus dem tropischen Ostafrika Ende des 19. Jahrhunderts fand es wegen seiner lang andauernden Blütezeit weite Verbreitung und avancierte schnell zu einer der beliebtesten Zimmerpflanzen. Da in letzter Zeit immer mehr neue robuste Sorten entstanden sind, werden die Fleißigen Lieschen gern zum Bepflanzen von Töpfen, Schalen oder Balkonkästen, aber auch als Sommerblumen auf Beeten in Gärten und Parks verwendet. Die Palette der Blütenfarben reicht von weiß über rosa bis karmin- und orangerot. Es gibt niedrige Sorten mit teppichartigem Wuchs und Höhen zwischen 20 und 25 Zentimetern, aber auch kräftig wachsende bis 60 Zentimeter hoch.

Obwohl die neueren Sorten sonnenverträglich sind, sollte man die Pflanzen vor praller Sonne schützen. Am besten gedeiht das Fleißige Lieschen an einem luftigen, nicht zu warmen Platz im Halbschatten oder Schatten. Mehr Sonne verträgt dagegen das Neuguinea-Lieschen (Impatiens-Neuguinea-Hybride). Die Eltern dieser Hybride sollen Impatiens hawkeri und Impatiens linearifolia sein, die beide in Neuguinea beheimatet sind. Besondere Merkmale dieser Hybridgruppe sind neben guter Sonnenverträglichkeit ihr kräftiger, kompakter Wuchs und ihre großen, intensiv gefärbten Blüten. Außerdem fallen die Blätter durch eine besonders schöne Zeichnung auf. Die Farbserie ,Spectra’ besticht durch acht unterschiedliche Farbnuancen; die Laubfärbung reicht von grün und braun bis gelb panaschiert.

Eine sehr attraktive Art ist auch der Papageienschnabel (Impatiens niamniamensis) aus Ostafrika, eine schöne, bis 90 Zentimeter hohe Pflanze für Kübel. Die Blätter sind wechselständig angeordnet und länglich-oval. In den Blattachseln entspringen ein bis vier hängende Blüten, die rot bis purpurrot oder gelbfarbig rot und gelb gefärbt sind.

Die Ansprüche an die Kultur von Fleißigem Lieschen und Neuguinea-Lieschen sind gleich. Als Erde verwendet man am besten Humussubstrate wie Einheitserde, Torf-Kultur-Substrate (TKS), Rindenhumussubstrate oder Mischungen aus Weißtorf und Rindenhumus. Alle Substrate sollten einen pH-Wert um sechs aufweisen. Man hält die Pflanzen immer gleichmäßig feucht und vermeidet Staunässe. Wöchentlich verabreicht man einen Volldünger oder arbeitet nach dem Pflanzen in die obere Schicht einen Depotdünger wie zum Beispiel Osmocote oder Wuxal ein, der die Pflanzen über die gesamte Vegetationsperiode mit Nährstoffen versorgt.

Im Herbst muss man entscheiden, ob sie überwintert oder weggeworfen werden sollen. Wer sich für Ersteres entscheidet, stellt die Pflanzen in einen hellen Raum mit Temperaturen von zwölf bis 15 Grad Celsius und hält den Wurzelballen mäßig feucht. Steht nur ein wärmerer Raum zur Verfügung, gießt man reichlicher und düngt auch gelegentlich. Im Frühjahr schneidet man die Pflanzen zurück und kann sie Mitte Mai wieder wie gewohnt im Freien verwenden.

Am schönsten entwickeln sich die Pflanzen, wenn sie alle zwei Jahre neu aus Stecklingen herangezogen werden. Man schneidet Kopfstecklinge, die sich in einem Sand-Torfmull-Gemisch bei Temperaturen von etwa 20 Grad Celsius und gleichmäßiger Feuchtigkeit leicht bewurzeln. Der besseren Verzweigung wegen empfiehlt sich ein- bis zweimaliges Stutzen im Frühjahr. Fleißige Lieschen lassen sich auch leicht aus Samen heranziehen. Saatgut gibt es im Handel. Man sät im März oder April in Töpfe oder Schalen mit Aussaat- erde, stellt die Gefäße in einen warmen Raum und hält gleichmäßig feucht. Sobald die ersten Laubblätter erscheinen, stellt man die Pflanzen kühler und luftiger; es genügen Temperaturen um 15 Grad Celsius. Haben sich die Jungpflanzen gut entwickelt, pflanzt man sie einzeln in kleine Töpfe mit Humussubstrat. Bald können sie Schalen und Balkonkästen schmücken oder im Freiland verwendet werden.

Neben dieser Impatiens hat sich eine weitere Art bewährt, die man gern als Sommerblume verwendet. Es handelt sich um die Balsamine (Impatiens balsamina), die als Zimmer- und Gartenpflanze bereits in mittelalterlichen Kräuterbüchern erwähnt und abgebildet ist. Sie wächst in China, Indien und Malaysia wild und wurde bereits Anfang des 16. Jahrhunderts von portugiesischen Seefahrern nach Europa gebracht.

Diese Art wird 20 bis 60 Zentimeter hoch und blüht vom Juni bis zum Herbst. Die recht auffälligen Blüten sitzen in den Blattwinkeln der oberen Zweige und sind weiß, rot, rosa oder violett gefärbt. Es gibt einfach sowie mehr oder weniger stark gefüllt blühende Sorten. Im Handel ist vor allem Saatgut von Mischungen gefüllt blühender Typen in verschiedenen Farben erhältlich. Man sät im März oder April sehr dünn in Schalen oder Töpfe aus. Mitte Mai erhalten die Pflanzen dann einen vollsonnigen Platz mit nährstoffreicher, etwas lehmiger Erde auf Sommerblumenbeeten. Man kann sie auch in Kübel pflanzen und Balkon oder Terrasse schmücken. Ausreichend Wasser und gelegentliche Gaben eines Volldüngers sorgen dafür, dass die Pflanzen reich blühen. Tassilo Wengel

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