Zeitung Heute : Im eigenen System

-

DER ENTDECKER

Gerhard Schröder machte Ulla Schmidt 2001 zur Gesundheitsministerin. Nachdem zwei Minister aus seinem Kabinett wegen der BSE-Krise gehen mussten, brauchte er schnell Ersatz – eine durchsetzungsstarke Person, die etwas von Sozialpolitik versteht. Die Chance für Schmidt. Sie hatte sich als stellvertretende Fraktionschefin durch Verhandlungsgeschick bei der Rentenreform Respekt in der Fraktion erworben.

DER FREUND

Horst Seehofer hat mit Schmidt die letzte Gesundheitsreform verhandelt. Dabei musste der CSU-Politiker feststellen, dass diese Frau ihm ebenbürtig ist – im Pokern, aber auch in der Fachkompetenz. Mittlerweile ist Seehofer als Landwirtschaftsminister Schmidts Kabinettskollege. Wenn er eine gesundheitspolitische Idee hat, ruft er schon mal bei ihr an. Schmidt schenkt ihm mehr Gehör als viele Unions-Kollegen, die seine Ratschläge zum Thema Gesundheit nicht mehr hören wollen.

DIE KONKURRENTIN

Andrea Nahles ist Mitglied im SPD-Präsidium. Die frühere Juso-Vorsitzende

leitete in der vergangenen Legislaturperiode die Partei-Arbeitsgruppe zur Bürgerversicherung. Ein Affront für Schmidt, die sich ausgebootet fühlte. In der SPD hatten manche den Eindruck, Nahles solle in Stellung gebracht werden, um Schmidt einmal in ihrem Amt beerben zu können.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar