Zeitung Heute : Im Glauben gespalten

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Die Sunniten machen rund 90 Prozent der Muslime weltweit aus. Im Irak allerdings stellen sie nur etwa 20 Prozent der Bevölkerung. Trotzdem bildeten sie unter Saddam Hussein , der selbst Sunnit ist, die politische und gesellschaftliche Elite des Landes. Darin liegt auch der Hauptgrund für die bürgerkriegsähnlichen Zustände im Irak. Die Sunniten fühlen sich von der jetzt schiitisch geprägten Regierung zurückgesetzt und unterdrückt.

Die Schiiten spalteten sich im 7. Jahrhundert n. Chr. nach dem Tod des Propheten Mohammed ab. Die Mehrheit der Muslime einigte sich damals darauf, einen Kalifen zu wählen, der die religiöse Führung der Muslime übernehmen sollte, aber keine göttlich autorisierte Legitimität beanspruchen konnte. Die Schiiten dagegen vertraten die Auffassung, der Nachfolger Mohammeds müsse aus dessen Familie stammen. In Ali bin Abi Talib , einem Cousin und Schwiegersohn Mohammeds, glaubten sie, den von Gott erwählten Kalifen gefunden zu haben. Ali konnte sich aber nicht durchsetzen. Nachdem auch die beiden Prophetenenkel al Hasan und al Husain im Kampf um das Kalifat gescheitert waren, verlagerten die Schiiten ihre Hoffnung auf die Endzeit, in der der Mahdi (der „Rechtgeleitete“) als Erlöser sichtbar aus der Verborgenheit wiederkommen und ein Friedensreich aufrichten werde. fal

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