Zeitung Heute : Im Herz der Finsternis

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1482 erreicht der portugiesische Seefahrer Diego Cão den Kongo. Er nennt die Region Zaire nach dem einheimischen Begriff Moienzi Enzaddi oder „der Fluss, der andere Flüsse schluckt“. Der König des Kongoreichs nimmt 1506 den Namen Afonso an und lässt sich taufen. Seine Hoffnung, von den Europäern dauerhaft anerkannt zu werden, erfüllt sich nicht.

Von der gesamten afrikanischen Westküste aus initiieren die Europäer einen Dreieckshandel zwischen Europa, Afrika und Amerika, in dessen Verlauf mindestens 12 Millionen Menschen allein aus West- und Zentralafrika versklavt werden.

1876 bricht der amerikanische Reporter Henry Morton Stanley (Foto links) von den Quellen des Kongo auf. Drei Jahre braucht er bis zur Mündung, den Weg schießt er sich notfalls frei, 200 seiner 300 Mann starken Truppe sterben.

Stanley erwirbt das Land für den belgischen König Leopold II., der sich die Kolonie praktisch als Privatbesitz sichern kann.

Der Schriftsteller Joseph Conrad macht in seinem Roman „Herz der Finsternis“ die Gräuel in der Kolonie bekannt. Leopold muss seine Kolonie dem belgischen Staat übertragen. 1960 erringt der Kongo die Unabhängigkeit, zum belgischen Erbe gehören ganze sieben schwarze Hochschulabsolventen.

Patrice Lumumba , erster Präsident, wird im Zuge einer Intrige ermordet, an der Belgien und der amerikanische Geheimdienst CIA beteiligt sind. Die CIA unterstützt auch die Machtergreifung Mobutos 1965.

1997 wird Mobuto von Laurent-Desiré Kabila verjagt, der sich seinerseits in einen Bürgerkrieg verstrickt und 2001 ermordet wird. Auf ihn folgt sein Sohn Joseph Kabila.

Literaturhinweise:

Fergus Fleming:„Barrow’s Boys“, Mare Verlag, die Geschichte britischer Expeditionen im 19. Jahrhundert.

Adam Hochschild: „Schatten über dem Kongo“, Rowohlt Taschenbuch, über die Kolonialgeschichte.

J. H. Tuckey: „Narrative of an Expedition to Explore the River Zaire“, 1818, nur antiquarisch zu haben.

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