Zeitung Heute : Im Internet surfen: Gute Geschichten, schlechte Geschichten

Markus Ehrenberg

Früher kam Papa abends ins Zimmer und las Gute-Nacht-Geschichten vor. Das tut er immer noch, aber seit einiger Zeit macht es außerdem Klick-Klick aus seinem Arbeitszimmer. Dort sitzt er vor einem klobigen Kasten, in der Hand ein kleines Gerät, das er Maus nennt.

"Dieser Kasten ist ein Computer," erklärt Papa, "der Draht zur großen, weiten Welt." Er klickt ein paar Mal mit der Maus, und auf dem Bildschirm erscheinen bunte Bilder: Wir sind im Internet, wo es noch viel mehr Geschichten gibt. Doch das Seltsame am Computer ist: Obwohl man dort Millionen Bilder sehen kann, stecken die da gar nicht wirklich drin. Auch nicht in der Telefonsteckdose. Unsichtbar, unter der Erde und durch die Luft, werden sie weltweit als elektronische Impulse verschickt. Da sitzen Millionen Menschen in Amerika oder Australien hinter so einem Computer und schreiben Geschichten. Ländergrenzen und weite Strecken sind völlig egal.

Das ist großartig, weil ihr euch die vielen Geschichten nach Hause holen könnt. Aber es macht auch Probleme. Im Internet kann jeder alles sagen, auch böse Sachen. Wenn sich einer auf die Straße stellt und schreit, dass alle Menschen, die größer sind als 1 Meter 90, umgebracht werden sollen, kann man ihn dafür bestrafen. Denn in Deutschland darf keiner andere öffentlich beleidigen oder gar bedrohen. Doch die Leute, die so etwas im Internet schreiben, bleiben unsichtbar, und oft kann man nicht herausfinden, wo sie stecken. So können sie Lügen, Beleidigungen und Schlimmeres verbreiten, und niemand kann es verhindern. Für Kinder ist es manchmal schwer, die guten von den schlechten Geschichten zu unterscheiden. Deshalb ist es wichtig, dass eure Eltern euch dabei helfen. Bis ihr es alleine könnt.

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