Zeitung Heute : Im Maradona-Trikot geweint

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CAMPINO: Lieber Jan, ich habe Argentinien immer gehasst, seit der WM in Mexiko 1986. Das Handtor von Maradona gegen England war eine riesige Ungerechtigkeit, der Falkland-Krieg sowieso. Der Zufall wollte es, dass wir sieben Jahre später als Band nach Buenos Aires eingeladen wurden. Heute wohnen dort unsere treuesten und wildesten Fans. Wir haben von unseren 20 besten Konzerten mindestens sechs in Argentinien gemacht. Das schweißt zusammen. Bei einem „Magical Mystery Gig“ im Herbst 2003, den wir im Wohnzimmer eines argentinischen Fans spielten, wurde mir ein originales Maradona-Trikot geschenkt. Ich zog es über und machte meinen Frieden. Gestern saß ich damit wieder vor dem Fernseher und weinte vor Glück, als ich Maradona mit einer Zigarre im Maul tanzen sah. Was der Papst für die Katholiken ist, ist Maradona für den Rest der Welt, ein Stellvertreter Gottes. Wenn es England schon nicht schaffen sollte, dann sollen wenigstens unsere Freunde auf der Avenida 9 de Julio feiern. Olé, olé, olá, Argentina, cada dia te quiero mas. Hasta luego, Campino

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