Zeitung Heute : Im Podewil soll der Vorhang für immer fallen

Der Tagesspiegel

Es wird eng für das Podewil: 715 000 Euro, das entspricht etwa einem Drittel des Etats, soll das Kulturzentrum im nächsten Jahr sparen. Gleichzeitg soll es seine Räume mit dem Museumspädagogischen Dienst teilen. Die Einsparungen kommen für die 32 Podewil-Mitarbeiter völlig überraschend. „Wir müssten im letzten Jahr schon Kürzungen in Höhe von 150 000 Euro hinnehmen“, sagt Podewil-Sprecherin Gabriele Miketta. Man habe gehofft dieses Mal ohne Kürzungen davon zu kommen. Der Beschluß des Senators bedeute, dass sowohl im Podewil als auch in der dazugehörigen Schaubühne der Programmbetrieb eingestellt werden müsse. Die Kürzungen fräßen die Programmgelder und die Gehälter für die künstlerischen Mitarbeiter. Übrig bliebe die administrative Hülle des Kulturzentrums.

Das Podewil solle zwar als Veranstaltungsort geschlossen werden, aber weiterhin als Dienstleister für die Kunstszene zur Verfügung stehen, sagte Kulturstaatsekretärin Krista Tebbe. Die im Podewil untergebrachte Kulturveranstaltungs-GmbH solle ihre Arbeit für kleinere Berliner Theater und Kunstzentren verstärken. Ohnehin sei es als Aufführstätte eher ungeeignet gewesen. Laut Podewil-Sprecherin Miketta eine glatte Lüge. „Wir fühlen uns übergangen.“ Man habe versuchen wollen, die ambitionierte Kunst im Podewil mit komerzielleren Veranstaltungen als bisher finanzieren zu wollen. „Aber es scheint ja alles schon festzustehen.“

Laut dem Sprecher der Senatskulturverwaltung Torsten Wöhlert, könne von einer Schließung des Podewils keine Rede sein. Die vielen kleinen Künstler soen weiterhin die Chance haben, in der Klosterstraße an ihrer Kunst zu arbeiten. Jedoch müsse man sich im Podewil überegen ob dazu unbedingt drei festangestellte Choreografen nötig seien. Dennoch müssen einige der Künstler ihre Ateliers für den Museumspädagogischen Dienst räumen. Mit dessen Umzug von seinem Sitz in der Chaussee-Straße in das landeseigene Podewil-Gebäude, will der Senat jährlich 182 000 Euro Miete sparen. Der Museumsdienst solle in Zukunft außerdem als kulturpädagogischer Dienst für auch für die Arbeit der Theaterpädagogiker zuständig sein. akl

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