Zeitung Heute : Im Streit um Flugrouten Lösung in Sicht

Fluglärmkommission macht Vorschläge

Berlin - Im Streit um die Flugrouten am künftigen Flughafen BBI in Schönefeld zeichnet sich jetzt eine Lösung ab. Anders als von der Flugsicherung zunächst vorgesehen, sollen die Piloten nun bei gleichzeitigen Starts nicht mehr von jeder Bahn abknicken. Das hatte zu massiven Protesten geführt, weil dadurch Gebiete überflogen worden wären, die im Genehmigungsverfahren davon noch ausgenommen waren. Die Fluglärmkommission hat sich nun auf einer Sondersitzung dafür ausgesprochen, von der Nordbahn bei Starts Richtung Westen geradeaus zu fliegen und nur nach dem Abheben von der Südbahn abzuknicken. Dieser Vorschlag soll nun der Flugsicherung zur weiteren Prüfung vorgelegt werden.

Bei Starts nach Osten bleibt es demnach beim Geradeausflug von der Nordbahn, bei Starts von der Südbahn sollen die Piloten scharf nach Süden abknicken oder auch geradeaus fliegen. Geradeausflüge sind allerdings nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich.

Der Leiter der Flugsicherung in Berlin, Hans Niebergall, bewertete die „eindeutigen Empfehlungen“ positiv. Sie seien eine „gute Grundlage“ für den weiteren Abwägungsprozess. Die Flugsicherung muss den Empfehlungen aber nicht folgen.

Auf der nächsten Sitzung am 11. April will die Kommission prüfen, ob durch Vorgaben beim Start und bei den Landungen eine Doppelbelastung von Anwohnern vermieden werden kann, deren Grundstücke und Wohnungen auf jeden Fall überflogen werden. Dies betrifft vor allem Blankenfelde-Mahlow sowie Bohnsdorf und Eichwalde, die beim Landen immer überflogen werden, weil die Flugzeuge etwa 18 Kilometer vor der Landebahn den Geradeausflug beginnen müssen, um von den Instrumenten erfasst werden zu können. Klaus Kurpjuweit

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