IM TEST: REITSPORTANLAGEN : Sattelfest

Ob Einsteiger oder Fortgeschrittene: Pferdefans kommen auf ihre Kosten

Wer ist schon Knut? Der kleine Eisbär ist ein Niemand, findet meine Nichte Paula. Zumindest im Vergleich zu den Ponys, die ihre Lieblingszeitschriften „Wendy“ und „Lissy“ zieren. Noch wichtiger als die Zeitschrift ist für Reiter aber die Wahl des Reitsportgeländes.

An der südwestlichen Stadtgrenze liegt der Kinder- und Jugend Reit- und Fahrverein Zehlendorf. Ein Verein nur für Kinder. Bei Pferde-, Hof- und Sattelpflege lernt der Nachwuchs Verantwortung und Teamgeist. Alle tragen gelbe T-Shirts, in der Umgebung und bei Auftritten kennt man „die Gelben“. Eltern leisten zwölf Arbeitsstunden pro Jahr, helfen bei Büroarbeiten oder der Zauninstandhaltung. So bleibt der Mitgliedsbeitrag gering und man kommt auch, um Freunde zu treffen. Für die Jugendarbeit erhielt der Verein mehrfach Auszeichnungen und seine Gründerin, Ilse Spreen, die Ehrenplakette für besondere Verdienste um die Förderung des Sports des Senats. Anfänger von drei bis neun Jahren lernen auf gut geschulten Shetlandponys. Ältere Kinder können auf Welshpony, Haflinger, Isländer, Voll-, Kalt- oder Warmblüter lernen. Für Ausritte eignen sich die Reitwege nach Dreilinden. Schnupperkurse in den Oster- und Herbstferien gibt’s für 100 Euro.

In nobler Lage, neben dem Forsthaus Paulsborn und dem Grunewaldsee, haben die rund 250 Mitglieder des Reitclubs Grunewald ihr Revier. Es gibt Ponyreitgruppen für Kinder ab acht Jahren. Ältere Kinder können auf Schulpferden Dressur- und Springreiten oder Voltigieren lernen. Auch Kenntnisse rund um die Pferdepflege stehen auf dem „Lehrplan“. Der Verein veranstaltet auch Turniere, Sonntagsausritte und Weihnachtsfeiern. Und auch hier bleibt der Mitgliedsbeitrag durch das Ableisten von Arbeitsstunden erschwinglich.

Der Reiterverein Onkel Toms Hütte hat eine der ältesten Traditionen der Stadt. Schon vor mehr als 120 Jahren war das Gelände ein Ausflugsziel für Ross und Reiter. Heute sind rund 800 Mitglieder aktiv, bei Berufsreitlehrern können sie Unterricht in Dressur- und Springreiten und Voltigieren nehmen. Im „OTH“, wie viele den Verein nennen, hat sich auch therapeutisches Reiten etabliert: Behinderte Kinder erfahren, wie Reiten und die Beziehung zum Pferd ihre Beschwerden lindern kann. Gruppenstunden für Kinder kosten 13,80 Euro, für Erwachsene einen Euro mehr. heid

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