Zeitung Heute : "Images of Women": Frauen der Ewigkeit

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Dass er die weibliche Schönheit feiert, heißt es. Dass er nur Schwarzweiß fotografiert, weiß man, sieht man. Kommerziell, na klar, sind seine Bilder, denn Peter Lindbergh, geboren 1944, ist Modefotograf, ein international gefeierter. Modefotografie ist die Lüge und deren Affirmation zugleich, und gewinnt genau damit einen Teil Wahrheit wieder, auf dem Umweg über das Bekenntnis zur Ware. Raffinierten Gesetzen gehorcht diese Art der Darstellung, die als Gegenwelt zur Realität ganz transparent ist, ganz offen in ihrer Zweidimensionalität, und hochartifiziell in der technischen Verwirklichung ihrer Absicht. Mode soll verkauft werden, begehrt und bewundert, Mode soll Mode werden, Kult, wenn möglich. (Peter Lindbergh: Images of Women. Text von Martin Harrison. Schirmer/Mosel Verlag. München, 2000. 312 Seiten, 189 Fotografien) Auf dem linken Bild hier laufen die beiden Models Tatjana Patitz und Azzedine Alaia über den Sand einer herbstlichen Atlantikküste in Frankreich, - das suggeriert eine Filmszene aus einem keimfreien Visconti. Ein andermal genügt ein Gesicht von entrückter Schönheit, um dazuzufantasieren, was die edle Elfe trägt. Lindbergh ist ein Künstler, der sich absichtlich einen Schritt von der Kunst entfernt. Er hält sich bedeckt.

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