Zeitung Heute : Immer mehr Luftverkehr bedeutet immer bessere Chancen für Flugbegleiter, Piloten und auch Lotsen

Rainer W. Duringk

"Für viele junge Menschen ist der Beruf des Flugbegleiters auch heute noch ein Traumjob" sagt Karin Röseler. Doch obwohl die Bewerber bei der Kabinenchefin der in Schönefeld ansässigen Ferienfluggesellschaft Condor Berlin Schlange stehen, werden noch 130 bis 150 Damen und Herren aus der Region Berlin / Brandenburg gesucht. Rund 2000 sind es bundesweit beim Mutterhaus Lufthansa. Wer lieber am Boden für einen sicheren Luftverkehr sorgen möchte, hat ebenfalls gute Chancen. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) benötigt dringend Fluglotsen-Nachwuchs.

Grund für den Boom bei den Stewardessen und Stewards ist der rapide Flottenzuwachs bei den Luftverkehrsgesellschaften. So bekam Condor Berlin vergangenes Jahr vier weitere Airbus-Jets. Wer damit in die Luft gehen und Urlauber auf dem Weg in die Ferien und zurück betreuen möchte, muss 19 bis 28 Jahre alt und zwischen 1,62 und 1,80 Meter groß sein. "Das Gewicht sollte der Körpergröße entsprechen", sagt Karin Röseler. Ein mittlerer Bildungsabschluss ist Voraussetzung, bei Herren außerdem ein abgeschlossener Wehr- oder Ersatzdienst. Erfahrung im Gastronomie- oder Dienstleistungsbereich ist von Vorteil, denn, so heißt es in einer Lufthansa-Broschüre, "als Flugbegleiter / in sind Sie Gastgeber / in an Bord".

An den ebenfalls geforderten, guten englischen Sprachkenntnissen scheitert zum Erstaunen von Karins Röseler ein Großteil der Bewerbungen. Nur 20 von 200 Kandidaten erfüllten die Anforderungen für den letzten Lehrgang. Die Ausbildung findet in Schönefeld statt und dauert sechs Wochen, eine davon geht es zum Sicherheitstraining bei der Lufthansa in Frankfurt (Bewerbungen an Condor Berlin, Personalabteilung. Flughafen Schönefeld, 12521 Berlin).

Auch die Air Berlin bildet monatlich 17 neue Flugbegleiter ab 20 Jahren aus, so Firmensprecher Peter Hauptvogel. Interessenten sollten im 50-Kilometer-Umkreis eines Flughafens - insbesondere auch Berlin - wohnen. Bewerbungen nimmt die Tochtergesellschaft CHS Cabin und Handling Service GmbH, Heinrichstraße 169, Eingang B, 40239 Düsseldorf, entgegen.

Bei der Lufthansa liegt das Einstiegsalter zwischen 18 und 40 Jahren. Wer hier auch auf die attraktive Langstrecke möchte, um heute in New York und morgen in Tokyo zu übernachten, muss allerdings bereit sein, in den Frankfurter Raum umzuziehen. Bei der Kranich-Linie verdient ein Flugbegleiter nach sechs Monaten bei durchschnittlichen Provisions- und Spesensätzen rund 3300 Mark netto.

Ein weiterer Pluspunkt: Mitarbeiter von Fluggesellschaften erhalten für sich und ihre Angehörigen stark verbilligte Tickets. Unter der t 0180 3 -22 43 66 gibt es bei Lufthansa nicht nur Auskünfte und Infomaterial, sondern auf Wunsch auch gleich ein telefonisches Bewerbungsgespräch (werktags 9 bis 21 Uhr, am Wochenende 9 bis 17 Uhr).

Wer lieber im Tower oder am Radarschirm den Verkehr am Himmel regeln möchte, ist bei der Deutschen Flugsicherung an der richtigen Adresse. "Wir stellen jährlich rund 120 Nachwuchs-Fluglotsen ein", sagt DFS-Sprecher Axel Raab. Bewerber sollten zwischen 19 und 25 Jahre alt sein und Abitur oder Fachhochschulreife besitzen. Belastbarkeit, ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen, eine gute Sehschärfe (bei Brillenträgern darf die Korrektur nicht über + / - 5 Dioptrien liegen) und gute Englischkenntnisse sind Voraussetzung.

Wer den Eignungstest beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Hamburg besteht, paukt 12 bis 15 Monate Theorie an der Flugsicherungsakademie in Langen bei Frankfurt am Main. Danach beginnt in einer DFS-Niederlassung die praktische Schulung, während der bereits ein Bruttogehalt von 4500 Mark gezahlt wird. Sie dauert - abhängig davon, ob sich der künftige Arbeitsplatz im Tower oder in der Kontrollzentrale (Center) befindet, acht bis 18 Monate. Danach steigt das Einkommen bereits auf 8500 bis 9000 Mark.

Anschließend bieten sich Arbeitsplätze in den Kontrolltürmen aller internationaler Verkehrsflughäfen innerhalb Deutschlands sowie in den Kontrollzentralen in Bremen, Karlsruhe, Langen, München und Berlin. Die am Flughafen Tempelhof untergebrachte Radarzentrale wird übrigens voraussichtlich im Jahr 2005 nach Bremen verlegt.Detailinformationen gibt es im Internet unter " www.dfs.de " und " www.hh.dlr.de ". Telefonische Auskünfte unter t 061 03 -70 71 50. Bewerbungen an die Deutsche Flugsicherung GmbH, Flugsicherungsakademie, Postfach 1243, 63202 Langen.

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