Zeitung Heute : Immer mehr Wohnungen für immer weniger Menschen

In einer aufwändigen Studie zum Wohnungsmarkt Berlin hat die Landesbausparkasse den Wohnungsmarkt der Hauptstadt untersucht. Ergebnis: großes Angebot, mäßige Nachfrage. Denn Berlin und die Gemeinden an den Rändern der Stadt verzeichneten zwischen 1990 und 2000 einen Bevölkerungszuwachs von rund 106 000 Menschen, doch in den vergangenen acht Jahren wurden rund 250 000 neue Wohnungen errichtet - zwei Wohnungen für jeden neuen Einwohner!

In Berlin selbst entstanden 140 000 neue Wohnungen, obwohl die Zahl der Haushalte hier fortlaufend abnahm. Zwischen 1990 und 2000 verringerte sich die Bevölkerung der Metropole um 52 000 Menschen. Hält der derzeitige Trend an, dann verringert sich die Zahl der Haushalte bis 2005 um jährlich etwa 6000 und beträgt im Jahr 2015 etwa 1,8 Millionen. In der Folgezeit sagen die Marktforscher eine weitere Abnahme der Zahl der Haushalte um jährlich 4000 voraus und ab dem Jahr 2020 sogar um rund 10 500. Nach diesem Szenario würde die Zahl der Haushalte bis zum Jahr 2030 um 150 000 sinken. Damit gäbe es keinen nennenswerten Bedarf mehr nach neuen Wohnungen - von Eigenheimen oder hochwertigen Mietwohnungen abgesehen.

Bemerkenswert an den Mietern und Eigentümern von Wohnungen heute: Nur 100 000 Berliner unter 25 Jahren führen einen eigenen Haushalt, gegenüber 400 000 Haushalten mit älteren Menschen über 65 Jahren. Die Zahl der Haushalte mit älteren Menschen soll den LBS-Forschern zufolge bis 2010 um rund 25 Prozent steigen. Dagegen werde in den nächsten zehn Jahren die Zahl der Haushalte mit Personen zwischen 25 und 40 Jahren von heute 500 000 um fast 200 000 Haushalte sinken.

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