Zeitung Heute : Immer ran

Die Fernsehsender rechnen mit den Spielen

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Bei den Fernsehanstalten würde eine zeitliche Verlegung der Spiele allein schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage kommen. Das Sendeprogramm steht bereits fest, und im Falle einer zeitlichen Verschiebung der Begegnungen würde der Sendeablauf komplett durcheinander geraten. Die „Sportschau“ würde sonnabends erst gegen 22 Uhr ausgestrahlt werden können, und nicht wie geplant um 18 Uhr 10. Das Programm des Abends müsste geändert werden. Für den Sender würde das auch bedeuten, dass keine Werbung eingespielt werden darf. Die öffentlichrechtlichen Sendeanstalten dürfen Reklame-Einspielungen grundsätzlich nur bis 20 Uhr bringen, im späteren Abendprogramm sind keine weiteren Werbeblöcke mehr erlaubt. Das würde zu einem Verlust der Werbeeinnahmen führen, und „dann unser gesamtes Refinanzierungsmodell ins Wanken“ bringen, sagt ARD-Sportkoordinator Hagen Boßdorf. Doch so weit kommt es nicht – mit dem vorläufigen „Nein“ des DFB ist verschiebt sich zumindest das Problem. Beim Sportsender DSF trifft die Forderung nach einer Verschiebung der Spiele bei zu großer Hitze auf Verständnis. Pressesprecher Jörg Krause sagt: Ich kann die Spieler gut verstehen.“ Der Sportsender überträgt die Sonntagsspiele allerdings auch später in einer Zusammenfassung.

Man kann nur abwarten, wie der DFB künftig über den Hitzefrei-Antrag entscheiden wird. Allerdings schließt sich die Frage an, ob dann auch andere Sportarten wie die Formel 1 nachziehen würden; schließlich kann es in einem Rennwagen auch extrem heiß werden. ack

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