Zeitung Heute : Immerhin: Action gibt es mehr als genug

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Von Gregor Wildermann

Groß, schwarz, stark. So könnte man kurz und knapp die Xbox-Spielkonsole umschreiben. Beim Blick auf die Leistungsdaten belegt die Xbox mit Sicherheit den ersten Platz. Abseits der technischen Muskelspiele sind für den Endkonsumenten allerdings die real erhältlichen Spiele oft das entscheidende Argument für oder gegen eine Konsole. Angesichts der Flut von Titeln fällt diese Entscheidung jedoch immer schwerer.

Die offizielle Website der Xbox listet als mögliche Entscheidungshilfe momentan 80 Titel auf, von denen allerdings 28 Titel mit dem Veröffentlichungstermin „Sommer/Herbst 2002“ oder sogar erst „Frühling 2003“ vermerkt sind. Zudem fällt in den einzelnen Genres die Auswahl unterschiedlich aus: Bei den Renn- und Sportspielen bieten Microsoft und ein rundes Dutzend anderer Hersteller ein vielfältiges Programm, während im Bereich der Rollenspiele gerade mal ein Titel zur Verfügung steht.

Die etwas unspezifische Kategorie der Actionspiele scheint noch der größte gemeinsame Nenner zu sein und zu diesen Titeln gehört sicherlich eines der wohl empfehlenswertesten Xbox-Titel. Selbst vier Monate nach Verkaufsstart ist „Halo“ vom Entwickler Bungie Entertainment immer noch ein besonderes Spielerlebnis. Dabei klingt die Geschichte zuerst wie ein durchschnittlicher Perry-Rhodan-Roman: Als Ablenkung vor einem Angriff auf die Erde durch eine Alienrasse ns Convenant steuert das Raumschiff Pillar Of Autumn zu zwei Planeten, die durch eine Art Ringstruktur (dem Halo) verbunden sind. In insgesamt zehn Leveln erlebt der Spieler eine abwechslungsreiche Mischung diverser Genres (Shooter, Adventure, Fahrsimulation), die in Kombination mit einer exzellenten Spielintelligenz hohen Unterhaltungswert sichert.

Eine mehr als glückliche Allianz zwischen Sega und Microsoft bescherte der spielenden Gemeinde „Jet Set Radio Future“ (Infogrames), das ebenfalls exklusiv für die Xbox erschienen ist. In der Fortsetzung eines älteren Dreamcast-Spiels versetzt sein Erfinder Tetsuya Mizuguchi den Spieler in das Tokio des Jahres 2024, in dem eine Schar von jungen Rollerbladern (24 spielbare Charaktere) gegen die allgegenwärtige Rokkaku-Firmengruppe ankämpft. Die Graffitibilder sind das Zielspiel und es gilt dafür möglichst viele Spraydosen aufzusammeln und bei diversen Stunts weitere Extra-Punkte zu holen.

Abwechslung pur bietet das Sega-Spiel „Gunvalkyrie“ (Infogrames), das ähnlich futuristisch das Genre des Shooters mit Jump & Run-Elementen verbindet. Fliegen, zielen und gleichzeitig richtig springen fordert den eigenen Spielfähigkeiten sehr viel Geschick und Geduld ab.

Beim Test vieler verschiedener Xbox-Titel fällt immer wieder auf, dass bei der Entwicklung für diese Konsole besonderer Wert auf die Spielbarkeit der Titel gelegt wurde. Neben der guten Fahrsimulation „Ralli Sport Challenge“ (Mircosoft) ist die Rennmotorradsimulation „Moto GP“ (THQ) dafür ein passendes Beispiel. Während beim gleichnamigen PS2-Spiel noch die schwierige Steuerung frustrierte, bleibt in dieser neu programmierten Version das simulierte 500ccm-Motorrad auf den zehn Meisterschaftsstrecken jederzeit gut lenkbar. Dank der Festplatte lassen die sehr schnellen Ladezeiten auch keine Langeweile aufkommen und das rasante Fahrtempo springt so schnell auf den Spieler über. Ein weiterer Xbox-Vorteil: Über die Optionen können eigene Musikstücke von der Festplatte zugeschaltet werden und so mischt jeder Spieler sich seinen individuellen Soundtrack.

Gerade für Entwickler sind diese Leistungsdaten der Xbox verlockend, für die Analysten sind dagegen die bisherigen Verkaufszahlen eher abschreckend. Gerade im wichtigen Markt Japan sind die Verkäufe erschreckend niedrig und der Entwickler Aqua-Plus hat daraus schon Konsequenzen gezogen: Ihr geplantes Rollenspiel „Tenerezza“ wird dort nicht mehr für die Xbox weiterentwickelt. Das genaue Gegenteil vollzog eine US-Firma für das Spiel „Deus EX 2“, dessen viel gelobter Vorgänger noch für PC und PS2 erschien.

Ein weiteres Beispiel wäre „Silent Hill 2“ (Konami), das bisher nur für die PlayStation 2 erhältlich war und allein in Europa mehr als eine halbe Millionen Mal verkauft wurde. Das Grusel-Adventure erscheint im Oktober in der Xbox-Version mit dem Untertitel „Inner Fears“ und unterscheidet sich durch ein völlig neues Kapitel, eine Reihe von zusätzlich gestalteten Arealen und einen neuen spielbaren Charakter. Mit ähnlichen Zusatzangeboten lockt auch die Xbox-Version von „Spiderman“, die im Gegensatz zu GameCube oder Nintendo noch zwei Zusatzlevel bietet.

Die Xbox im Netz:

www.xbox.com , www.areaxbox.de

www.teamxbox.com

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