Zeitung Heute : „Immobilie der Woche“

Der Tagesspiegel

So genau man die „Welt am Sonntag“ gestern auch las, nirgendwo war in der „WamS“ ein Wort der Entschuldigung oder zumindest der Klarstellung zu finden. Thomas Garms, Chefredakteur des Springer-Blattes, hatte in der Ausgabe vom 10. März sein eigenes Haus in Rellingen bei Hamburg als „Immobilie der Woche“ für 459 000 Euro zum Verkauf angepriesen („Architektenhaus“ im „repräsentativsten Teil von Rellingen“, 160 Quadratmeter Wohnfläche, Markeneinbauküche, Außenkamin).

Sonst werden in der Rubrik eher Elf-Millionen-Euro-Anwesen an Hawaiis Küsten angeboten, toskanische Traumhäuser für sieben Millionen Euro oder wenigstens mecklenburg-vorpommersche Schlösser mit zwei Teichen plus Insel und Brunnen für drei Millionen Euro.

Chefredakteur Garms erhielt von seinem Freund und Vorgesetzten, Mathias Döpfner, dafür eine schriftliche Abmahnung, die Aufforderung, den Anzeigenpreis in Höhe von 11 000 Euro zu bezahlen und die Sache in der Zeitung richtig zu stellen. Garms hat die Rechnung inzwischen bezahlt und sich intern entschuldigt, aber eine Richtigstellung ist im Blatt bislang nicht erschienen. Warum, war nicht zu erfahren, Garms war am Sonntag nicht zu erreichen. Das Haus, das Thomas Garms seit dem Umzug der „Welt am Sonntag“ von Hamburg nach Berlin nicht mehr braucht, ist übrigens immer noch auf dem Markt. usi

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