Zeitung Heute : Impliziter Zwang

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Das DIN (Deutsches Institut für Normung) ist keine - wie oft angenommen - staatliche Instanz, sondern ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin. DIN-Normen sind häufig Regeln der Technik bei Produkten, Anlagen und Verfahren. Aber auch anderen Bereich - wie etwa im Qualitätsmanagement - werden DIN-Normen verwendet. Sie dienen der Rationalisierung, Qualitätssicherung, Sicherheit, dem Umweltschutz und der Verständigung in Wirtschaft, Technik, Wissenschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit. Die Normungsarbeit wird in rund 4 600 Arbeitsausschüssen mit 28 500 externen Experten geleistet. Zu Norm-Entwürfen kann jedermann Stellung nehmen.

Fertige Normen werden mindestens alle fünf Jahre auf ihre Aktualität hin überprüft. Das DIN sorgt bei der Ausarbeitung der Normen dafür, dass diese bei der Gesetzes- und Verordnungsgebung als Beschreibung technischer Sachverhalte herangezogen werden können. Der Staat wird dadurch von Detailregelungen entlastet und die DIN-Normen können einen quasi-hoheitlichen Charakter bekommen.

In manchen Bereichen - wie etwa im Qualitätsmanagement - ist die Anwendung der Normen freiwillig. Gleichwohl üben Normen auch hier einen impliziten Zwang aus: wenn sie von relevanten Marktteilnehmern als Standard angesehen werden.

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