Zeitung Heute : In aller Offenheit

André Görke

Pal Dardai lehnt Herthas Vertragsangebot ab

Es könnte so harmonisch zugehen in den Büros an der Hanns-Braun-Straße. Holen die Fußballer von Hertha BSC am Wochenende bei 1860 München einen Punkt, haben sie den Klassenerhalt geschafft. „Ein schönes Gefühl“, sagt Herthas Trainer Hans Meyer.

Doch ausgerechnet jetzt entsteht neuer Ärger. Via „Bild“-Zeitung hat sich Pal Dardai darüber beschwert, dass Hertha seinen Vertrag zu geringeren Konditionen verlängern will. Am Dienstag legte Dardai gleich nach: „Ich will nicht pokern, ich will nicht mehr Geld“, sagte Dardai. „Aber ich sehe nicht ein, warum ich auf ein Drittel verzichten soll.“ Herthas Manager Dieter Hoeneß hatte Dardai, 28, einen Dreijahresvertrag angeboten. Das Gehalt soll demnach von knapp 1,2 Millionen Euro auf unter 800 000 Euro sinken. „Ich bin enttäuscht“, sagt Dardai.

Das ist auch Manager Dieter Hoeneß. „Ich sehe nicht ein, über Personalpolitik und Gehälter in der Öffentlichkeit zu reden“, sagt er. Er sei „verwundert“ über Dardais Offenheit. Nach dem Training soll sich der Mittelfeldspieler bei Hoeneß entschuldigt haben.

Die Pokerrunde jedenfalls sorgt für Irritationen in einer Phase, in der die Spieler schon genug Dinge im Kopf haben. Es ist zudem nicht unüblich bei Hertha, Verträge seit der Kirch-Krise zu geringeren Konditionen zu verlängern. Das Grundgehalt von Marko Rehmer etwa wurde auf eine Million Euro halbiert, dafür werden ihm für einen Sieg 40 000 Euro überwiesen. Ein ähnlich leistungsbezogenes Angebot hat Hertha jetzt Gabor Kiraly und Andreas Neuendorf unterbreitet.

Herthas Manager Hoeneß wird sich noch einmal mit Pal Dardai zusammensetzen. Immerhin, es gibt Hoffnung auf Einigung. Das Angebot für die Zweite Liga sei nämlich „okay“, sagt Pal Dardai. Dafür müsste Hertha lediglich absteigen.

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