Zeitung Heute : In alltäglichem Gewand

Al-Qaida-Mitglieder haben ihre Waffen in Kameras versteckt – sie wollten so Sicherheitskontrollen umgehen

-

Kurz nach den Anschlägen vom 11. September wollte der Brite Richard Reid ebenfalls in einem Flugzeug einen Anschlag begehen. Auf dem Weg von Paris nach Miami war er schon dabei, eine Bombe zu zünden, als die Passagiere des JumboJets ihn überwältigen und sich somit retten konnten. Der Mann hatte eine militärische Ausbildung in Afghanistan hinter sich gebracht und wurde dem so genannten „Mittlerer-Level-Terrorismus“ von Al Qaida zugerechnet.

Ein Merkmal dieser sich neu entwickelnden Vorgehensweise des Netzwerks war die ungefähre, alltägliche Bedrohung. Die Täter schlagen anscheinend wahllos zu, wenden sich nicht gegen eine große Menschenmenge, sondern konzentrieren sich darauf, eine allgemeine Atmosphäre von Angst und Unsicherheit zu erzeugen. Um nicht vorzeitig entdeckt zu werden und ihre Waffen überall einsetzen zu können, nutzen sie immer neue Verstecke für ihre Bomben.

Sie geben nicht auf

Jetzt haben US-Fahnder in einem von Al- Qaida-Anhängern genutzten Schlupfwinkel präparierte Fotoapparate entdeckt. Das amerikanische Magazin „Newsweek“ meldet, dass Mitglieder des Terrornetzes Al Qaida die Fotoapparate und tragbare Stereoanlagen als Waffenverstecke nutzen würden. Diese Utensilien sind so umgebaut worden, dass sie bei einem Anschlag als Bombe genutzt werden können. Das habe die US-Regierung zu ihrer neuesten Terrorwarnung bewogen, heißt es.

Die Experten haben daraus schließen können, dass Terroristen die Sicherheitskontrollen an Flughäfen umgehen wollten, um weitere Verkehrsmaschinen zu entführen, schreibt das Magazin unter Berufung auf US-Bundesbehörden. Jeweils fünfköpfige Terrorkommandos sollen demnach die harmlos aussehenden Geräte als Waffe verwenden und die Flugzeuge damit in ihre Gewalt bringen.

Die Zeitung berichtet weiter, dass in amerikanischen Geheimdienstkreisen nicht angenommen werde, dass die Gegenstände bereits eingesetzt würden. Die Vermutung, dass es weitere Verstecke und neue Unterbringungsmöglichkeiten für Bomben geben könnte, liegt nahe.

Schließlich haben der einzelne Fund und die Tatsache, dass die Waffen hergestellt worden waren, die umfängliche Warnung vor Selbstmordattentaten nach dem Schema der Anschläge vom 11. September offenbar erforderlich gemacht. nan

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar