Zeitung Heute : In der Kinder-Verwahranstalt

Der Tagesspiegel

Das Berliner Kita-Gesetz sieht vor, dass eine Erzieherin maximal zehn Zwei- bis Dreijährige beaufsichtigen darf, wenn es sich um eine Gruppe handelt, die den halben Tag betreut wird. Maximal sieben dürfen es in einer Ganztagsgruppe sein. „Diese Regelung kann gar nicht immer umgesetzt werden“, sagt die Leiterin der Kita in der Spandauer RichardMünch-Straße, Marlies Schumann. „Denn wenn eine Erzieherin krank ist, gibt es keinen Ersatz bei den öffentlichen Kitas.“ Dann werden bestimmte Aktivitäten im Freien vom Programm gestrichen. „Manchmal können wir nicht einmal die Öffnungszeiten einhalten“, sagt Schumann. Ganz zu schweigen vom Bildungsauftrag. „Bei zehn Dreijährigen kann ich mich keinem einzeln widmen, um ein Bilderbuch anzuschauen“, klagt auch Gerda Wunschel von der Kita in der Dresdner Straße in Kreuzberg. Die Kita werde zur „Verwahranstalt“. „Die Personalbemessung lässt eine lückenlose Kontrolle nicht zu“, sagt Klaus Schroeder. Er ist bei der GEW in Berlin für die Kitas zuständig. clk

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