Zeitung Heute : In engen Grenzen

Wie die Pressefreiheit in Kriegszeiten eingeschränkt wird

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Die internationale Journalistenorganisation „Reporter ohne Grenzen“ (RSF) hat schwere Vorwürfe gegen die Behandlung ausländischer Journalisten durch die irakischen Behörden erhoben. Die Journalisten würden feindselig behandelt, heißt es in einer in Paris veröffentlichten RSFErklärung. Innerhalb einer Woche seien gegen vier Journalisten Spionageanklagen erhoben und zehn weitere des Landes verwiesen worden. Die Arbeitsbedingungen für ausländische Medienvertreter seien inakzeptabel. Geführte Busrundfahrten reichten nicht aus, um den Mindestkriterien der Pressefreiheit zu entsprechen.

Die Journalistenorganisation richtet ihre Vorwürfe aber auch gegen die amerikanisch-britische Koalition. „Journalisten gerieten unter Beschuss, wurden verhaftet, oft über mehrere Stunden verhört, misshandelt und geschlagen“, kritisierte der Generalsekretär der Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit, Robert Menard. Außerdem sei das Informationsministerium in Bagdad zweimal bombardiert worden, obwohl bekannt sei, dass dort die internationalen Nachrichtenagenturen untergebracht sind.

Der katarische Fernsehsender Al Dschasira hatte bereits Konsequenzen gezogen. Weil die Behörden in Bagdad zwei Korrespondenten des Senders mit Arbeitsverbot belegten, setzte Al Dschasira die Tätigkeit aller seiner Korrespondenten aus. In Bagdad hieß es, dass Al Dschasira zu genau die Einschlagsorte von Bomben beschrieben hatte. Am Freitag nahm der Sender seine Kriegsberichterstattung wieder auf. Das Verbot hatten die Behörden vorher zurückgezogen. Tsp

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