Zeitung Heute : In Etappen zum Ziel

Helga Hengge hat 1999 als erste Deutsche erfolgreich den Gipfel des Mount Everest bezwungen. Die Münchnerin zog 1991 nach New York und arbeitete als freie Modejournalistin. Sie studierte parallel Marketing, Philosophie und Film an der New York University. 1996 entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Freeclimbing. Seither bestimmt das Bergsteigen ihr Leben. Mit fünf von sieben zu besteigenden „seven summits“ – zu ihnen zählt der jeweils höchste Berg auf sieben Kontinenten – ist sie eine der erfolgreichsten Extrembergsteigerinnen weltweit.

„Der Weg zur Spitze“ – ein Gesprächsmotto, das für Helga Hengge wie geschaffen scheint. Doch bewundernswert unprätentiös beschrieb sie ihre ganz eigene Art, sich für Hochleistungen zu motivieren. Sie musste lernen, dass dem „schnell nach oben kommen wollen“ beim Bergsteigen natürliche Grenzen gesetzt sind. „Wer es schaffen will, muss lernen, langsam und in kleinen Etappen zu gehen, für alles andere ist da oben die Luft zu dünn,“ fasst sie ihre Mount Everest-Erfahrungen zusammen. Und „sich in Geduld üben, wenn das Wetter und andere Unbilden ein Weitergehen manchmal für Tage unmöglich machen“, hat sie ebenso lernen und akzeptieren müssen. Für die einheimischen Begleiter war schlechtes Wetter ein Zeichen, neue Kraft zu sammeln und die Sonne nach Tagen des Wartens das Zeichen, dass nun genug Kraft zum Aufstieg da ist. Nicht mehr und nicht weniger. „Diese ursprüngliche Gelassenheit“, so die inzwischen zweifache Mutter, „ist mit dem Gefühl, es wirklich geschafft zu haben, das Wertvollste, was ich mit nach Hause bringen durfte.“

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