Zeitung Heute : In jedem Verbraucher steckt ein Energiemanager

Private und öffentliche Ressourcen können geschont werden, wenn man Einsparpotenziale nutzt

Lutz Steinbrück

In den letzten Jahren sorgten steigende Preise von Strom- und Gasanbietern bundesweit für Unmut und leere Haushaltskassen. Gut, dass man die Wahl hat zwischen verschiedenen Energieanbietern und bei Bedarf wechseln kann. Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten, den Energieverbrauch und damit verbundene Kosten zu senken. Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (DENA) sind bis zu 45 Prozent der Stromkosten auf Haushaltsgeräte zurückzuführen. Dabei gibt es genug Einsparpotenziale und die Technik hilft mit: Seit 1990 sank der Energieverbrauch neuer Haushaltsgeräte bis zu achtzig Prozent. Wie Energiekosten gesenkt werden können, zeigt diese Zusammenstellung:

Effiziente Haushaltsgeräte kaufen

Geschirrspüler mit großem Volumen und Platz bis zu 15 Gedecken sind wirtschaftlicher als solche Geräte, die nur sechs bis zehn Gedecke aufnehmen können. Um Energie zu sparen, muss man den Geschirrspüler allerdings voll beladen. Sind Geschirrspüler und Co. über zehn Jahre alt, sollte über einen Neukauf nachgedacht werden. Bis zu 180 Euro im Jahr spart der Austausch veralteter Hausgeräte gegen die neuesten Modelle. Kühlschränke und Gefriergeräte sind Spitze, was den Stromverbrauch im Haushalt angeht. Mit Geräten, die eine Energieffizienzklasse A++ oder A+ ausweisen, können Verbraucher hier Strom sparen. Der Austausch alter Geräte gegen neuere Strom sparende Modelle amortisiert sich in der Regel schnell.

Preiswerte Stromtarife ermitteln

Nicht nur Privathaushalte, auch Handwerksbetriebe und mittelständige Unternehmen können durch die freie Wahl des Stromanbieters Geld sparen. Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sind seit der Liberalisierung des Strom-Marktes rund sieben Prozent der Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern zu einem neuen Anbieter gewechselt. Eine Möglichkeit, Tarife zu überprüfen bietet die Site www.energieverbraucherportal.de.

Stand-by-Betrieb vermeiden

Mit zunehmender Größe und Leistungsfähigkeit steigt der Stromverbrauch bei Fernsehern. Daher empfiehlt es sich, beim Kauf auf energieeffiziente TV-Geräte zu achten – sowohl, wenn in Betrieb als auch im Stand-by-Modus. Mit energiesparenden Fernsehgeräten lassen sich jährlich bis zu 30 Euro einsparen. Insgesamt knapp 70 Euro im Jahr kann man sparen, wenn man einen überflüssigen Stand-by-Verbrauch bei Haushaltsgeräten abrechnet.

Energiesparlampen anschaffen

In einem Haushalt mit vier Personen lassen sich jährlich etwa 90 Euro Stromkosten sparen, wenn Energiesparlampen statt herkömmlicher Glühlampen eingesetzt werden. Die Stromkosten für Beleuchtung können auf diese Weise um bis zu achtzig Prozent gesenkt werden. In Spanien sollen sogar Energiesparlampen an die Bevölkerung verschenkt werden. Mit der Stromrechnung sollen dafür Gutscheine an die Kunden ausgegeben werden, um die Energiekosten zu senken.

Gemeinsam Heizöl bestellen

Hausbesitzer können durch den gemeinsamen Einkauf von Heizöl auch bei derzeit gesunkenen Ölpreisen Geld sparen. Beim unabhängigen Internetportal heizoelpool.de kann zum Beispiel jeder Internetnutzer schnell und einfach Brennstoff einkaufen und dabei noch Geld sparen. Über das Portal werden alle Bestellungen von Privatkunden aus einem Postleitzahlengebiet zusammengefasst. Eine Anmeldung ist noch nicht mit einer Abnahmeverpflichtung verbunden.

Richtig lüften

Durch ein Dauerlüften über gekippte Fenster entstehen hohe Energieverluste. Besser ist die Stoßlüftung. Das macht man am besten mehrfach am Tag, im Winter fünf bis zehn Minuten – bei geschlossenen Heizkörperventilen. Das reduziert die Heizkosten um bis zu 15 Prozent. Zugezogene Gardinen und herunter gelassene Rollläden bieten sinnvollen Schutz gegen nächtliche Wärmeverluste.

Heizkörper richtig betreiben

Um einen Wärmestau zu vermeiden, sollten Heizkörper ihre Wärme frei an die Raumluft abgeben können. Man sollte sie daher nicht mit Möbeln verstellen und nicht mit Vorhängen verdecken. Die Luft kann dann nicht zirkulieren. Eine Extra-Dämmung der Wand hinter dem Heizkörper ist oft sinnvoll. Für eine optimale Nutzung sollte man Heizkörper regelmäßig mit einem Entlüftungsschlüssel entlüften. Schließlich empfiehlt sich der Einsatz von Thermostatventilen. Sie sorgen dafür, dass sich die Leistung der Heizkörper an der Raumtemperatur orientiert. Dadurch wird ein Überheizen der Räume verhindert. Programmierbare elektronische Heizkörperregler eignen sich nach Auskunft von Stiftung Warentest besonders dafür, Energie einzusparen.

Raumtemperatur anpassen

Die Regulierung der Raumtemperatur hilft beim Sparen. Die optimale und angenehme Raumtemperatur beträgt in Wohnräumen 19 bis 20 Grad. Nachts sollte sie um vier Grad abgesenkt werden. Jedes Grad mehr erhöht die Heizkosten um etwa sechs Prozent. Die Temperaturen in Schlafzimmern und Fluren können niedriger sein. Sie sollten nicht unter 16 Grad fallen, weil dies Schimmelbildung begünstigen kann. Am Tag ist es sinnvoll, Türen zwischen warmen und kühlen Räumen geschlossen zu halten. Außerdem sollte die Heizung beim Verlassen der Wohnung herunter geregelt werden, ohne sie dabei ganz auszuschalten. Generell ist es hilfreich, den Wärmebedarf im Haushalt zu senken.

Weitere Informationen unter:

www.klimaklicker.de

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