Zeitung Heute : In Trauer vereint

Berlin - Nach dem Tod von Präsident Lech Kaczynski beim Flugzeugabsturz von Smolensk kommt das politische Leben Polens nur schwer wieder in Gang. Tausende legten am Montag Blumen nieder und gedachten der 96 Toten. Vor den überall ausliegenden Kondolenzbüchern bildeten sich lange Schlangen – so auch vor der polnischen Botschaft in Berlin, wo Bundespräsident Horst Köhler und seine Frau Luise ihre Trauer zum Ausdruck brachten. Auch Altbundespräsident Richard von Weizsäcker trug sich ein. „Ich habe den Präsidenten, dessen Frau und mehrere Mitglieder der Reisegesellschaft kennengelernt und denke an sie mit lebhafter Anteilnahme. Das böse Unglück soll uns mit den Polen in enger Nachbarschaft immer noch mehr miteinander verbinden“, sagte Weizsäcker dem Tagesspiegel. Der Altbundespräsident bestätigte, dass er im Jahr 2007 mit Kaczynski „lange Gespräche über die Entwicklung der deutsch-polnischen Nachbarschaft geführt“ habe. Er sei von Kaczynski dazu eingeladen worden. Polens Botschafter Marek Prawda dankte den Deutschen für die Anteilnahme. „Wir werden das nicht vergessen“, sagte er und erinnerte an die Zeit des Kriegsrechts, als eine Welle von Hilfspakten aus Deutschland Polen erreichte. SB

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