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Wer wusste was warum? Die Bedeutung der Kollaborateure

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Die israelischen Kampfhubschrauber kamen um 5 Uhr früh. Scheich Jassin hatte im Rollstuhl gerade die Moschee in der Nähe seines Wohnhauses verlassen. Solch eine gezielte Tötungsaktion wäre nicht möglich, ohne die Hilfe von palästinensischen Spitzeln. Kollaboration mit Israel gehört zu den Tabuthemen dieses blutigen Konflikts. Während der ersten Intifada wurden auf palästinensischer Seite mehr angebliche Kollaborateure gelyncht, als Menschen durch Kugeln der israelischen Armee umkamen. Auch während der Zweiten Intifada kam es immer wieder zu Verhaftungsaktionen. So nahmen die Behörden im GazaStreifen vor wenigen Tagen 140 Palästinenser wegen Kollaboration fest. Sie hätten Israel Informationen über Anführer militanter Organisationen gegeben und damit auch bei israelischen Angriffen zur gezielten Tötung geholfen, erklärten Vertreter palästinensischer Sicherheitsdienste. Von zehn Todesurteilen seien drei bereits vollstreckt worden. M.G.

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