INDIE-ROCK-SUPERNOVA20 Jahre City Slang : Vom Hinterhof in die Welt

Wie sehr sich die Zeiten im Popbusiness geändert haben, erkennt man nicht nur an der Tatsache, dass auf City Slang im Grunde mehr tolle Platten erscheinen als bei allen Major Labels zusammen. Sondern auch daran, dass man hier ein Jubiläum noch richtig zu feiern weiß, während alle anderen in Weltuntergangsstimmung auf der schmelzenden Eisscholle kauern. Nun ist City Slang längst nicht mehr irgendeine Hinterhofklitsche, sondern das wichtigste Indielabel Deutschlands. Umsichtig geführt vom alten Hasen Christof Ellinghaus, der das Haus in verschiedensten Rechtskonstruktionen durch alle konjunkturellen Turbulenzen steuern konnte, hat man sich als Global Player des Indierock etabliert.

Zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells ist gegenseitiges Vertrauen bei strikter Qualitätskontrolle. Was eben nicht nur dazu führt, dass man City-Slang-Platten ungehört kaufen kann. Sondern auch zu bemerkenswerten Langzeitkarrieren, die es im schnelllebigen Mainstream so wohl nicht gegeben hätte: Bands wie Calexico (Foto, links), The Notwist, Lambchop, Broken Social Scene (rechts) oder Yo La Tengo danken das Vertrauen mit langjähriger Labeltreue auch bei eintretendem Chartserfolg. Zum 20. Geburtstag will man nun nicht den Fehler des Zehnjährigen wiederholen, als ein zehnstündiger Konzertmarathon im organisatorischen Desaster endete. Heuer gibt es drei exquisit besetzte Abende im feierlichem Ambiente des Admiralspalastes, an denen die besten City-Slang-Acts die Sternstunden ihrer Karriere Revue passieren lassen. Nicht verpassen!Jörg Wunder

Admiralspalast, Fr 19.11. (The Notwist, Calexico, Get Well Soon), Sa 20.11. (Menomena, Tortoise,

Broken Social Scene), So 21.11. (Yo La Tengo, Lambchop, Alexi Murdoch), 20 Uhr, je 38-42 €

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