Zeitung Heute : Industrieverband Motorrad: Die Euro-Schwäche gab den Europäern Schwung

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Der Erfolg der BMW-Zweiräder schlägt sich auch in der Zulassungsstatistik des Jahres 2000 nieder, die jetzt vom Industrieverband Motorrad vorgelegt wurde. Während der Gesamtmarkt an Motorrädern über 125 Kubik in Deutschland gegenüber 1999 einen Rückgang von 8,8 Prozent zu verzeichnen hatte, legten die Spandauer um 4,17 Prozent zu - nimmt man den weltweiten Verkauf, dann sind es sogar 7,6 Prozent. Und mit solchen Zuwächsen ist BMW inzwischen die Nummer Vier in Deutschland, mit einem Marktanteil von knapp 14 Prozent.

Überhaupt hatten die Europäer vor allem wegen der Euro-Schwäche flott zulegen können. Zudem kommen neue Ideen - ob nun im Bereich der Technik oder der Optik - inzwischen wieder häufiger aus der Alten Welt. KTM zum Beispiel konnte um 21,55 Prozent zulegen, seitdem die Ösi-Enduros auch einigermaßen autobahntauglich geworden sind. Vornean steht Cagiva: um 35,84 Prozent wuchs der Verkauf nach Deutschland. Wobei die realen Zahlen das Ganze wieder zurecht rücken: Cagiva verkaufte statt 1211 (1999) nun 1645 Maschinen ...

Marktführer ist Suzuki mit fast 33 000 Neuzulassungen (Anteil 19,32 Prozent), knapp vor Honda, hier wurden 19,22 Prozent der Kundschaft bedient. Dichtauf liegt Yamaha mit 18,72 Prozent, und mit 11,14 Prozent folgt Kawasaki in deutlichem Abstand zu BMW. Mit einem Verkaufsrückgang von 27,6 Prozent ist Kawasaki übrigens der Verlierer des Jahres 2000. Aber das ist angesichts der Produktpalette von Kawa, die vorrangig auf Sportler, Supersportler und Chopper setzt, kein Wunder. Sicher, diese Segmente machen um die 54 Prozent des Gesamtmarkts aus. Doch Freunde der Tourer und der Reiseenduros - eine mit etwa 25 Prozent auch nicht unerhebliche Käuferschicht - werden bei Kawasaki eben nicht ausreichend gepflegt.

Insgesamt ist der Bestand der motorisierten Zweiräder (inklusive Leichtkrafträdern und Mofas) inzwischen freilich auf über fünf Millionen Stück gestiegen. Wie die Statistik ausweist, haben die Neuen Bundesländer immer noch einen deutlichen Nachholbedarf. Wuchs die Gesamtzahl der Zweiräder mit amtlichem Kennzeichen im Bundesdurchschnitt nur um fünf Prozent, waren es in Ostdeutschland 9,25 Prozent. Brandenburg (plus 11,5 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (plus 10,5 Prozent) rangieren dabei an der Spitze.

Bei den 125ern in Neufünfland sanken zwar die Verkaufszahlen gegenüber 1999 ebenfalls, aber längst nicht so stark wie im gesamten bundesweiten Trend. Hier sind es vorwiegend die jungen Leute, die sich damit einen neuen Mobilitätsgewinn verschaffen. In Westdeutschland hingegen fußte der 125er-Boom hauptsächlich auf jenen "Altchen", die ihren Autoführerschein vor April 1980 gemacht hatten und damit auch die 125er fahren dürfen.

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