Zeitung Heute : Infos über Finanzprodukte oft unverständlich

Seit der Finanzkrise haben viele Verbraucher das Vertrauen in die Banken verloren. Sie haben inzwischen erkannt, dass auch vermeintlich sichere Anlagen Risiken bergen können. Die Frage des Risikos ist für viele Kunden bei Finanzprodukten entscheidend. Doch die in den Erläuterungen verwendeten Fachbegriffe, Anglizismen oder Abkürzungen machen es den Verbrauchern schwer.

Im Zweifel bleibt Kunden daher nur eines, wenn sie nach der Lektüre der Information über ein Produkt ratlos sind: „Sie sollten ihren Berater fragen, was mit bestimmten Formulierungen gemeint ist“, empfiehlt Dietrich Lange von der Deutschen Kreditwirtschaft. „Lassen Sie sich alles erklären.“ Zusätzlich sollten sich Kunden aber noch aus anderen Quellen über das angebotene Produkt informieren. „Holen Sie sich unabhängigen Rat“, empfehlen die Verbraucherschützer unisono. „Denn eines sollten Sie als Anleger in keinem Fall machen: ein Produkt kaufen, das Sie nicht verstehen“, sagt Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Manches Problem lässt sich in der Praxis einfach lösen. „Statt ,Emittentin‘ könnte man doch auch einfach ,Bank‘ oder statt ,p. a.‘ einfach ,jährlich‘ schreiben“, gibt Oliver Haug vom H & H Communication Lab in Ulm zwei Beispiele. „Viele Sätze sind sehr komplex“, sagt Haug.  Doch je mehr Teile ein Satz enthält, umso schwerer wird es für den Leser, der Struktur des Satzes zu folgen. In einer Studie über die Produktinformationsblätter wurden Sätze ab drei Teilen als Schachtelsätze gewertet. Ein Beispiel: „Die Besteuerung des geförderten Kapitals und der Erträge aus ungefördertem Kapital erfolgt erst nachgelagert – jeweils anteilig im Jahr der Auszahlung des entsprechenden Guthabens an den Kunden.“ Der Verbesserungsvorschlag der Sprachforscher: „Bitte beachten Sie: Sie müssen für Ihr Kapital bei der Auszahlung Steuern bezahlen.“ dpa

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