Zeitung Heute : Infoseek.de und Co führen durchs Online-Labyrinth

Markus Ehrenberg

Im Internet gibt es rund 800 Millionen Web-Seiten. Suchmaschinen verschaffen einen ersten Überblick über die rasch wachsende Datenmenge, finden Web-Seiten zu einem bestimmten Thema. Treffer zum Thema Michael Schumacher oder Kosovo werden in einer Liste aufgeführt. In Deutschland gehen Surfer meistens über yahoo.de , fireball.de und infoseek.de , eine der jüngsten Such- und Navigationshilfen im Netz. Der Markt ist umkämpft. Suchmaschinen sind oft die ersten Seiten eines Computernutzers am Tag, werden lukrativ beworben. Um von Adress-Suchern wieder und weiter angeklickt zu werden, lassen sich die Betreiber einiges einfallen.

Online-Shopping, Nachrichten aus Wirtschaft, Politik und Kultur, Dienstleistungen wie Routenplaner, Links zum Bundesligastart mit Tabellen und Hintergrundinformationen, Fahrplan-Auskünfte oder auch Klatsch & Comedy - Suchmaschinen folgen dem Trend zur Community und werden zu Unterhaltungsportalen.

infoseek.de, eine Kooperation vom Axel-Springer-Verlag, Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck Infoseek Corporation und T-Online, holt sich zum Beispiel Harald Schmidt auf die Startseite seiner Web-Seite - pünktlich zum Fernseh-Start von Dirty Harry nach den Sommerferien, am Dienstag auf Sat 1.

Wer bei infoseek.de weiterklickt, kann sich Audio- und Videofiles anschauen oder den "Liebling des Monats" wählen. www.harald-schmidt.show.de ist eine der kreativsten und beliebtesten Web-Seiten im Unterhaltungssektor, wurde gerade für den "Oskar des Internets", den OnlineStar nominiert (Vergabe am 29. August in Berlin). Schmidt als Zugpferd einer konkurrenzfähigen Suchmaschine? "Unser Ziel zum Start von Infoseek war die Etablierung unter den Top Drei der Suchmaschinen. Dieses Ziel haben wir erreicht", zieht Joachim Kreibich, Geschäftsführer WSI Webseek, nach 100 Tagen Bilanz.

infoseek.de war erst im April 1999 ins Netz gegangen. Das jüngste Angebot der Suchmaschine: Nachrichten multimedial in Zusammenarbeit mit der Deutschen Welle - als Video-Clip im "Streaming"-Verfahren (gleichzeitiges Empfangen und Abspielen). Der Internet-Nutzer benötigt dafür einen sogenannten "Realplayer", der unter www.real.com kostenlos heruntergeladen werden kann. Die Filme der Deutschen Welle sollen Hintergründe zu einem aktuellen Nachrichtenthema vermitteln und werden von Montag bis Freitag jeweils nachmittags online gestellt.

Aber was ist mit der reinen Web-Site-Recherche? Leidet die nicht unter der unterhaltsamen Rundumversorgung, die immer mehr Suchmaschinen anbieten? Die Zahl der Web-Seiten steigt ständig. Vorgeschlagene Seiten haben oft nichts mit dem gesuchten Thema zu tun oder sind nicht aktuell. Selbst die größte Suchmaschine der Welt, der US-Dienst Northern Light, soll nur 16 Prozent des Netzes erfassen. An der Verbesserung dieser Quote arbeiten alle Suchmaschinen, legen wie infoseek.de Wert auf Qualität vor Quantität, kommentierte Verzeichnisse zu einer Auswahl von Treffern.

Da hilft dem User der richtige Umgang mit den Suchmaschinen: Je gängiger ein Suchbegriff ist, desto genauer sollte er erklärt oder eingeschränkt werden. Verknüpfungen mit "and", "near" oder "or" stellen sinnvolle Sucheingaben dar. Andere Suchmaschinen verwenden Plus- und Minuszeichen, um Begriffe festzulegen (+Rom, -CD), damit es aus dem Online-Labyrinth auch einen Ausweg gibt.

Wer beispielsweise "Rom" bei yahoo.de eintippt, bekommt 170 720 Treffer. infoseek.de liefert 80 500 Suchergebnisse im deutschsprachigen Web, von Moselromantik bis zur Ferienwohnung am Lago di Bracciano.

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