Zeitung Heute : INLAND

Plagiatsvorwurf: Kritik an Schavan verschärft sich

Berlin - Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) gerät wegen möglicher Plagiate in ihrer Doktorarbeit unter Druck. SPD und Grüne forderten am Samstag eine gründliche Untersuchung. Zudem meldete sich der anonyme Schavan-Ankläger, der den Fall ins Rollen gebracht hat. Der Blogger wirft der Ministerin auf der Internetseite „schavanplag“ vor, vor 32 Jahren an mehreren Stellen ihrer Doktorarbeit abgeschrieben und Quellen nicht genannt zu haben. Er äußerte sich auf „Spiegel online“. Die Person, die sich „Robert Schmidt“ nennt, ist demnach Mitglied im Recherchenetzwerk „VroniPlag“, das die Schavan- Dissertation bereits unter die Lupe genommen hatte. Da es dort für ein Bloßstellen der Ministerin keine Mehrheit gab, hatte sich der Blogger dazu entschlossen, den Fall selbst publik zu machen. „Ich halte es aber für belegbar, dass Frau Schavan plagiiert hat, wenn auch in geringerem Ausmaß als andere. Ich wollte das nicht unter den Tisch fallen lassen“, sagte er. SPD-Fraktionsvize Dagmar Ziegler sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“: „Sollten die Vorwürfe zutreffen, dann ist Frau Schavan als Ministerin, gar als Wissenschaftsministerin nicht zu halten.“ Die Grünen-Wissenschaftsexpertin Krista Sager sagte, die Uni Düsseldorf müsse sich die Arbeit genau anschauen. Der Berliner Rechtsprofessor Gerhard Dannemann, der zum „VroniPlag“-Team gehörte, sieht bei der Ministerin „ein gravierendes wissenschaftliches Fehlverhalten“, wie er dem „Focus“ sagte. Aus Sicht des Münchner Jura- Professors Volker Rieble könnte Schavan ihren Doktortitel verlieren. „Wenn die Textstellen auf ,schavanplag’ korrekt wiedergegeben wurden, dann reicht das nach der geltenden Rechtsprechung für einen Promotionsentzug.“ dapd

Etwa jeder Sechste bricht Bundesfreiwilligendienst ab

Berlin - Die Bereitschaft zu freiwilligem Engagement ist groß – doch etwa jeder Sechste bricht den Bundesfreiwilligendienst ab. Die Quote betrage aktuell 15,2 Prozent, sagte eine Sprecherin des Bundesfamilienministeriums den „Ruhr Nachrichten“. 6750 Vereinbarungen seien vorzeitig beendet oder gekündigt worden. Warum und zu welchem Zeitpunkt das Engagement beendet wurde, ist nicht erfasst. Der Bundesbeauftragte für die Freiwilligendienste, Jens Kreuter, sagte, die aktuelle Abbrecherzahl sei „erfreulich niedrig“. Im Jahresdurchschnitt werde es ziemlich genau 35 000 „Bufdis“ geben – die Finanzierung ist für genauso viele Plätze gesichert. dpa

Polizisten während anti-islamischer Kundgebung schwer verletzt

Bonn - Bei Ausschreitungen während einer anti-islamischen Demonstration der rechten Organisation „Pro NRW“ in Bonn sind am Samstag zwei Polizisten schwer verletzt worden. Gegendemonstranten aus dem salafistischen Umfeld hätten Polizisten angegriffen und mit Steinen beworfen, teilte die Polizei mit. Eine Beamtin und ein Beamter seien durch Messerstiche schwer verletzt worden und würden in einem Krankenhaus behandelt. Die Tatverdächtigen seien festgenommen worden. Zehn weitere Polizisten seien leicht verletzt worden. Laut Polizei demonstrierte „Pro NRW“ mit etwa 30 Teilnehmern vor der König-Fahd- Akademie. Die Situation eskalierte, als Anhänger von „Pro NRW“ islamkritische Karikaturen zeigten. Aus einer Gruppe von mehreren hundert Muslimen wurden Steine und Flaschen geworfen. Der Veranstalter der Gegendemonstration, der Rat der Muslime, rief mehrfach zu Besonnenheit auf. Insgesamt habe die Polizei 48 Menschen festgenommen. AFP/dapd

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