Zeitung Heute : INLAND

Die meisten Krankenkassen

lehnen Rückzahlungen ab



Berlin - Im Gegensatz zur Techniker Krankenkasse will die Mehrheit der gesetzlichen Versicherer ihren Mitgliedern kein Geld zurückzahlen. Von 81 befragten Kassen wollten 84 Prozent statt Prämien lieber mehr Leistungen anbieten und zum Beispiel Fitnesskurse, Präventionsangebote und alternative Medizin finanzieren, berichtete das Magazin „Focus“ am Samstag. Mindestens 19 der befragten Kassen hätten konkrete Pläne für eine Erstattung. Mehrheitlich handele es sich um kleinere Betriebskrankenkassen. Vor wenigen Tagen hatte die TK angekündigt, dass sie ihren sechs Millionen Mitgliedern Geld zurückzahlen will. Gesundheitsminister Daniel Bahr hatte finanzstarke Kassen aufgefordert, dem Beispiel zu folgen. rtr

Gabriel fordert Freilassung des weißrussischen Politikers Statkevich

Berlin - SPD-Chef Sigmar Gabriel hat Weißrussland aufgefordert, den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Nikolai Statkevich freizulassen. Der Sozialdemokrat sitze im Gefängnis, „da er den Mut besaß, Präsident Lukaschenko demokratisch herauszufordern. Ich fordere seine sofortige Freilassung und Rehabilitierung wie auch aller anderen politischen Gefangenen“, sagte Gabriel dem Tagesspiegel am Sonntag. Der SPD-Vorsitzende sagte weiter: „Am Sonntag finden in der letzten Diktatur Europas Parlamentswahlen statt. Aber es gibt in Weißrussland keine Wahlen, die diesen Namen verdienen: Die Meinungsfreiheit wird nicht gewährt, die Opposition unterdrückt und es gibt zahlreiche politische Gefangene.“ Tsp

Abfallrückholung aus Asse bleibt Ziel

des Umweltministers in Hannover

Hannover - Für den niedersächsischen Umweltminister Stefan Birkner (FDP) bleibt die Rückholung der Atommüllfässer aus dem maroden Salzbergwerk Asse das Ziel. „Ob und inwieweit es gelingt, muss geklärt werden“, sagte er am Samstag. Der Vorsitzende der Entsorgungskommission des Bundes, Michael Sailer, hatte zuvor in der „Frankfurter Rundschau“ bezweifelt, dass die Atomfässer geborgen und in ein anderes Endlager gebracht werden können. Birkner sagte: „Unser Ziel ist und bleibt es, die Abfälle da herauszuholen.“ dpa

„Stolpersteine“ in Wismar überklebt –

Ermittlung wegen Volksverhetzung

Wismar/Rostock - In der Altstadt von Wismar an der Ostsee sind mehrere „Stolpersteine“ zur Erinnerung an NS-Opfer beschädigt worden. Sieben der insgesamt 13 kleinen Denkmäler aus Messing seien mit Daten deutscher Kriegsveteranen der NS-Wehrmacht aus dem Zweiten Weltkrieg überklebt worden, teilte das Polizeipräsidium Rostock am Samstag mit. Es bestehe der Verdacht, dass damit Opfer des Holocaust verunglimpft werden sollten. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Volksverhetzung. Die „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig erinnern in zahlreichen deutschen Städten und mehreren Ländern Europas an Verfolgte des NS-Regimes. Die Messingtafeln mit Namen, Geburts- und Sterbejahr werden am letzten bekannten Wohnort der NS-Opfer in den Gehweg eingelassen. epd

Helmut Schmidt ausgezeichnet

für friedensstiftendes Lebenswerk

Münster - Altbundeskanzler Helmut Schmidt ist in Münster für sein Engagement für ein friedlich geeintes Europa geehrt worden. Der 93-Jährige wurde am Samstag mit dem Westfälischen Friedenspreis ausgezeichnet. Schmidt sprach von einer „unerwarteten Ehrung“. In seiner Dankesrede mahnte der Altkanzler, dass die EU scheitern könne – und das „durchaus an den Deutschen“. Schmidt sagte: „Wir müssen nicht nur Fürsprecher der Europäischen Union sein. Sondern wir müssen – weit darüber hinaus – proaktiv handeln und agieren.“ dpa

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