Zeitung Heute : INLAND

Bundesländer debattieren

übers Sitzenbleiben



Hannover/Berlin - Der Plan der rot-grünen Koalition in Niedersachsen, mittelfristig das Sitzenbleiben abzuschaffen, hat den Streit über den Umgang mit leistungsschwachen Schülern neu angefacht. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh (SPD), begrüßte das Konzept und verlangte mehr individuelle Förderung für Schulkinder. Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sprach in der „Süddeutschen Zeitung“ dagegen von blankem Unsinn: „Das ist bildungspolitischer und pädagogischer Populismus.“ Die designierte niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) stellte klar, dass Rot-Grün keine sofortige Abschaffung des Sitzenbleibens plane. „Wir haben ein perspektivisches Ziel formuliert, das nicht von heute auf morgen umgesetzt werden kann“, sagte sie. Im Koalitionsvertrag haben SPD und Grüne als Ziel festgeschrieben, Sitzenbleiben „durch individuelle Förderung überflüssig“ zu machen. dpa

CDU und CSU starten Ende Juni

in den Bundestagswahlkampf

Berlin - CDU und CSU haben sich auf einen späten Start in den Bundestagswahlkampf 2013 eingestellt. Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ unter Berufung auf ein internes CDU-Papier berichtet, wollen die CDU-Vorsitzende Angela Merkel und ihr CSU-Kollege Horst Seehofer erst am 24. Juni das Wahlprogramm in Berlin präsentieren. Tags zuvor kommen die Spitzengremien beider Parteien dem Bericht zufolge zu einer Sitzung zusammen, um die Pläne zu verabschieden. Die SPD will bereits am 14. April in Augsburg ihr Wahlprogramm verabschieden. Etwa zu dieser Zeit will Kanzlerkandidat Peer Steinbrück auch sein Schattenkabinett vorstellen. dpa

Neonazi-Aufzug

auch in Cottbus blockiert

Cottbus - Wenige Tage nach Dresden haben am Freitagabend auch in Cottbus mehrere hundert Menschen einen Aufzug von Neonazis blockiert. Den insgesamt über 2000 Gegendemonstranten hatten sich auch mehrere Mitglieder der brandenburgischen Landesregierung angeschlossen, so etwa der stellvertretende Ministerpräsident Helmuth Markov (Die Linke) sowie Bildungsministerin Martina Münch und Sozialminister Günter Baaske (beide SPD). Bei ihrem sogenannten Trauermarsch konnten die rund 130 NPD-Anhänger nur wenige hundert Meter zurücklegen. Bei ihrem Abzug riefen sie, wie die Polizei bestätigte, zu Gewalt gegenüber politischen Gegnern auf. Anlass für ihren Aufzug war der Jahrestag der alliierten Bombardierung von Cottbus vor 68 Jahren. Bei dem alliierten Luftangriff auf den Hauptbahnhof der Stadt im Februar 1945 hatten etwa 1000 Menschen ihr Leben verloren.epd

EKD-Ratsvorsitzender Schneider

lehnt Betreuungsgeld ab

Berlin - Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, lehnt die Einführung des Betreuungsgelds ab. „Das Betreuungsgeld ist ein Fehler“, sagte Schneider der Zeitung „Die Welt“ vom Samstag. Es gebe momentan keine echte Wahl zwischen der Betreuung von Kindern zu Hause oder in der Kita oder bei Tagesmüttern. „Wir müssen uns zuerst darauf konzentrieren, ausreichend Betreuungsangebote zu schaffen“, forderte Schneider. Erst dann könne ein Betreuungsgeld erwogen werden. Bundespräsident Joachim Gauck hatte das Betreuungsgeld-Gesetz am Freitag trotz verfassungsrechtlicher Bedenken unterschrieben. AFP

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben