Zeitung Heute : INLAND

Merkel und Steinbrück mobilisieren

Anhänger in Nordrhein-Westfalen

Bad Salzuflen/Bochum - Die CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel hat die Wahlkämpfer ihrer Partei im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen zu größtem Einsatz angespornt. „Wie die CDU in NRW am 22. September bei der Bundestagswahl abschneidet, ist für uns im Bund ein Schlüssel“, sagte die Kanzlerin am Samstag beim Parteitag der NRW- CDU in Bad Salzuflen. Den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück erwähnte sie in ihrer rund 50 Minuten langen Rede mit keinem Wort. Steinbrück schwor die Genossen ebenfalls in NRW angesichts des großen Vorsprungs der Union in Umfragen auf eine Aufholjagd ein. „In 78 Tagen wird das Nichtstun dieser Regierung abgewählt“, sagte er beim Zukunftskonvent der NRW-SPD in Bochum. Statt gelungener Reformen bei Pflege, Rente, Bundeswehr oder Energie gebe es nichts als „leere Schachteln“. Applaus der rund 400 Anwesenden erntete Steinbrück auch mit einer klaren Absage an eine große Koalition nach der Wahl: „Wir gewinnen dieses Ding, wenn wir mobilisieren.“ dpa

Regierung erhöht Werbeausgaben

im Wahljahr um 77 Prozent

Berlin - Die Bundesregierung hat ihre Ausgaben für Werbekampagnen im Wahljahr stark erhöht. Von Januar bis Mai gaben das Bundespresseamt und die Bundesministerien knapp 7,3 Millionen Euro für Anzeigen etwa in Printmedien oder im Fernsehen aus, wie aus einer Antwort der Regierung an die Grünen-Haushaltspolitikerin Priska Hinz hervorgeht. Im Vorjahreszeitraum waren es 4,1 Millionen Euro – die Steigerung beträgt knapp 77 Prozent. Die höchsten Ausgaben hatte demnach das Bundespresseamt mit 3,15 Millionen Euro. An zweiter Stelle folgt das Bundeswirtschaftsministerium mit 703 000 Euro. AFP

Zwei in Syrien entführte Helfer

wieder in Deutschland

Berlin - Zwei Mitarbeiter der Hilfsorganisation „Grünhelme“, die in Syrien verschleppt worden waren, sind wieder in Deutschland. Die beiden Männer landeten nach ihrer Freilassung aus wochenlanger Geiselhaft in Frankfurt am Main. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte am Samstag: „Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut.“ Das Schicksal eines dritten Entführten ist weiter unklar. Der Krisenstab im Auswärtigen Amt bemühe sich weiterhin mit Hochdruck um Aufklärung, sagte der Sprecher weiter. Die Helfer waren nach „Grünhelm“-Angaben am 15. Mai aus ihrer Wohnung im Ort Harem an der Grenze zur Türkei entführt worden. Die Hilfsorganisation Grünhelme e.V. engagiert sich weltweit in Krisenregionen beim Wiederaufbau zerstörter Einrichtungen. dpa

Steuerzahlerbund: Erst ab Montag arbeiten Deutsche für sich selbst

Berlin - Die Bundesbürger arbeiten nach einer neuen Studie für dieses Jahr erst ab Montag in die eigene Tasche. Nach Zahlen des Steuerzahlerbundes ging – rein rechnerisch – die bisherige Arbeitsleistung des Jahres 2013 komplett für Steuern und Sozialabgaben drauf. Demnach bleibt erst vom 8. Juli an von Lohn und Gehalt etwas übrig. Im Durchschnitt muss jeder Bundesbürger nach diesen Berechnungen 51,6 Prozent seines Verdienstes abführen. Der Präsident des Steuerzahlerbundes, Reiner Holznagel, kritisierte, dass die von der schwarz-gelben Koalition versprochene Entlastung „nicht geglückt“ sei. „Im Großen und Ganzen ist die Belastung in Deutschland genauso hoch wie 2009.“ Die höchste Belastung gab es nach Angaben des Steuerzahlerbundes in den Jahren 1999 (54,5 Prozent) und 2000 (54,7 Prozent). An der Berechnungsmethode gibt es aber Kritik. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wies am Samstag darauf hin, dass der Stichtag in diesem Jahr schon am 13. Juni und somit deutlich früher gewesen sei. dpa

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